Quartalszahlen: Caterpillar, Pfizer, Spotify – Überblick
Quartalszahlen: Caterpillar, Pfizer, Spotify

Der Baumaschinen- und Turbinenbauer Caterpillar hat im zweiten Quartal 2026 dank des Booms der KI-Rechenzentren und einer starken Nachfrage aus Bau- und Bergbauindustrie einen Rekordumsatz erzielt. Der Konzern steigerte den Umsatz um fast ein Viertel auf 20,5 Milliarden US-Dollar (17,8 Milliarden Euro) und übertraf damit deutlich die Analystenerwartungen. Der Überschuss schnellte um fast drei Viertel auf knapp 3,6 Milliarden Dollar nach oben. Der bereinigte Gewinn je Aktie legte von 4,72 auf 8,17 Dollar zu. Die Aktie reagierte vorbörslich mit einem Plus von rund elf Prozent.

Caterpillar: Rekordquartal dank KI-Boom

„Dies ist das erste Mal in der Unternehmensgeschichte, dass wir in einem einzigen Quartal einen Umsatz von mehr als 20 Milliarden US-Dollar erzielt haben“, sagte Unternehmenschef Joe Creed laut einer Mitteilung am Dienstag. Der enorme Strombedarf der weltweit entstehenden KI-Rechenzentren treibt das Geschäft mit Turbinen und Generatoren an. Auch die Sparten Baumaschinen und Bergbauausrüstung verzeichneten ein deutliches Wachstum. Analysten hatten mit einem geringeren Gewinn gerechnet, was die positive Überraschung umso größer macht.

McDonald's: Schwächeres Wachstum in den USA

Die Fastfoodkette McDonald's verzeichnete im zweiten Quartal in den USA ein langsameres Wachstum als erwartet. Der Umsatz in den bestehenden US-Restaurants stieg im Jahresvergleich nur um 0,8 Prozent, wie das Unternehmen am Dienstag in Chicago mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit etwas mehr gerechnet. Stärker aufwärts ging es auf vergleichbarer Basis in Deutschland, Australien, Großbritannien und Japan, während in China der vergleichbare Absatz zurückging. Am Finanzmarkt war die Reaktion positiv: Die Aktie gewann im vorbörslichen Handel rund 1,5 Prozent. Konzernweit erzielte McDonald's einen Umsatz von 7,1 Milliarden US-Dollar, vier Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Auf vergleichbarer Basis lag der Anstieg jedoch nur bei 1,3 Prozent. Der Überschuss wuchs um fünf Prozent auf knapp 2,4 Milliarden Dollar.

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Pfizer: Prognose angehoben, Sparprogramm verschärft

Der US-Pharmakonzern Pfizer hat im zweiten Quartal dank einer starken Nachfrage nach seinem Blutverdünner Eliquis seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr angehoben. Die anhaltende Flaute bei Corona-Impfstoffen und -Medikamenten hinterließ in der Bilanz zwar deutliche Spuren, traf Pfizer aber nicht so hart wie seinen Mainzer Kooperationspartner Biontech. Pfizer steigerte den Umsatz um drei Prozent auf 15 Milliarden Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit 0,77 Dollar auf dem Niveau des Vorjahresquartals (0,78 Dollar), während Analysten nur 0,68 Dollar erwartet hatten. Für das Gesamtjahr rechnet der Konzern nun mit Erlösen zwischen 60,5 und 62,5 Milliarden Dollar, nachdem zuvor 59,5 bis 62,5 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt worden waren. Die Prognose für den Gewinn je Aktie wurde bekräftigt.

Spotify: Schwacher Ausblick verschreckt Anleger

Spotify hat mit seiner Prognose für das dritte Quartal die Anleger verschreckt und seine Aktien auf Talfahrt geschickt. Die Papiere der Musik-Streaming-Plattform gaben am Dienstag im vorbörslichen US-Handel um fast vier Prozent nach. Für das dritte Quartal rechnet der Vorstand mit einem operativen Ergebnis von 670 Millionen Euro, nachdem Analysten im Schnitt mit 677,8 Millionen Euro gerechnet hatten. Auch die Prognose für die monatlich aktiven Nutzer von 788 Millionen verfehlte die Markterwartungen. Im abgelaufenen zweiten Quartal übertraf der Konzern mit einem operativen Ergebnis von 655 Millionen Euro hingegen die Schätzungen. Um der Konkurrenz durch YouTube, Netflix und KI-Musik-Startups die Stirn zu bieten, hat Spotify KI-Funktionen wie „Persönliche Podcasts“ eingeführt und eine neue Vereinbarung mit der Lizenzfirma Merlin über von Fans erstellte Remixe geschlossen.

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Biontech: Umsatzprognose deutlich gesenkt

Das Biotechunternehmen Biontech schraubt wegen der schwachen Nachfrage nach Corona-Impfstoffen seine Umsatzziele für das laufende Jahr deutlich nach unten. Das Unternehmen rechnet für 2026 nun mit Erlösen zwischen 1,6 und 1,9 Milliarden Euro, wie Biontech am Dienstag in Mainz mitteilte. Zuvor hatte die Spanne bei 2,0 bis 2,3 Milliarden Euro gelegen. Als Gründe nannte der Konzern neben der weltweit geringeren Nachfrage auch die Nutzung bestehender Impfstoffbestände in Deutschland sowie verschobene Meilensteinzahlungen aus einem Forschungsprogramm. Im abgelaufenen zweiten Quartal brach der Umsatz auf 105,6 Millionen Euro ein, nach 260,8 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Unter dem Strich stand ein Nettoverlust von knapp 821 Millionen Euro nach einem Minus von knapp 387 Millionen vor Jahresfrist. Biontech tritt nun bei den Ausgaben auf die Bremse: Die bereinigten Forschungs- und Entwicklungskosten sollen im Gesamtjahr bei 2,0 bis 2,3 Milliarden Euro liegen, nachdem zuvor bis zu 2,5 Milliarden Euro veranschlagt worden waren.

Weitere Unternehmen: Dupont, Merck, BP, Aramco, Verbio, Toyota, Hugo Boss, Zalando, Continental, Evonik, HSBC, Snap, FMC, Nissan, Linde, IAG, Sony

Der US-Chemiekonzern Dupont blickt nach einem überraschend guten zweiten Quartal optimistischer auf das Gesamtjahr. Der bereinigte operative Gewinn (Ebitda) legte um sechs Prozent auf 448 Millionen Dollar zu. Dank Preiserhöhungen und eines Konzernumbaus übertraf der bereinigte Gewinn je Aktie mit 1,88 Dollar die Analystenerwartungen von 1,76 Dollar. Dupont setzte 1,82 Milliarden Dollar um, ein Plus von vier Prozent binnen Jahresfrist. Für das Gesamtjahr 2026 rechnet der Konzern nun mit einem bereinigten Gewinn je Aktie zwischen 7,17 und 7,32 Dollar. Das bereinigte Ebitda soll auf 1,75 bis 1,77 Milliarden Dollar steigen.

Der US-Pharmakonzern Merck & Co hat dank der ungebrochen starken Nachfrage nach seinem Krebsmedikament Keytruda im zweiten Quartal besser abgeschnitten als erwartet und seine Jahresziele angehoben. Der Umsatz mit Keytruda stieg um fünf Prozent auf 8,37 Milliarden Dollar. Insgesamt legten die Erlöse um fünf Prozent auf 16,61 Milliarden Dollar zu. Für das Gesamtjahr 2026 rechnet der Konzern nun mit einem Umsatz zwischen 66,3 und 67,3 Milliarden Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll zwischen 2,66 und 2,76 Dollar liegen. Finanzchefin Caroline Litchfield sagte, der Anteil des neuen unter die Haut gespritzten Mittels QLEX am US-Geschäft liege bereits im zweistelligen Prozentbereich. Aufgrund einer Belastung von 5,7 Milliarden Dollar im Zusammenhang mit der Übernahme von Terns Pharmaceuticals wies Merck für das Quartal einen Verlust von 13 Cent je Aktie aus.

Der britische BP-Konzern verzeichnete dank hoher Öl- und Gaspreise einen Gewinnsprung. Der bereinigte Gewinn stieg im zweiten Quartal auf 5,73 Milliarden Dollar, ein Plus von 144 Prozent. Die Dividende wird um vier Prozent auf 8,66 Cent je Aktie erhöht. Die neue Konzernchefin Meg O'Neill kündigte eine Neuausrichtung an: „Wir schöpfen unser Potenzial nicht aus“, sagte sie. „Unsere Leistung in den vergangenen Jahren hat unsere eigenen Erwartungen nicht erfüllt, geschweige denn die unserer Aktionäre.“ BP leitet den Verkauf seines US-Biogas-Geschäfts Archaea ein und zieht sich aus der Nordsee-Ölförderung zurück.

Der staatliche Ölkonzern Saudi Aramco verzeichnete infolge des Iran-Kriegs einen Gewinnsprung. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn kletterte im Jahresvergleich um ein Drittel auf gut 125 Milliarden Riyal (33,4 Milliarden US-Dollar). Aramco profitierte von gestiegenen Preisen für Rohöl, Kraftstoffe und Chemieprodukte, obwohl die Produktion sank, da Anlagen im Zuge des Krieges angegriffen wurden.

Der Biokraftstoffhersteller Verbio hat sein Gewinnziel übertroffen. Das operative Ergebnis (Ebitda) für das Geschäftsjahr 2025/2026 wird nun auf rund 192 Millionen Euro geschätzt, nachdem zuvor 160 bis 180 Millionen Euro in Aussicht gestellt worden waren. Die Aktie legte vorbörslich um 8,4 Prozent zu. Als Gründe nannte der Vorstand eine verbesserte CO2-Effizienz und höhere Absatzpreise.

Der japanische Autobauer Toyota hob trotz eines Gewinnrückgangs im Quartal seine Jahresprognose an. Der operative Gewinn soll nun 3,4 Billionen Yen (18,8 Milliarden Euro) betragen, nach zuvor 3,0 Billionen Yen. Im ersten Geschäftsquartal fiel der operative Gewinn jedoch um neun Prozent auf 1,06 Billionen Yen, was auf schleppende Verkäufe in China zurückgeht. Toyota hob zudem sein Absatzziel um 100.000 auf 9,7 Millionen Fahrzeuge an.

Der Modekonzern Hugo Boss verzeichnete im zweiten Quartal wegen des Strategiewechsels und der Konsumflaute einen Umsatzrückgang von neun Prozent auf 905 Millionen Euro. Das operative Ergebnis (Ebit) brach um 28 Prozent auf 59 Millionen Euro ein, übertraf aber die Erwartungen. Vorstandschef Daniel Grieder betonte, man priorisiere langfristige Wertschaffung gegenüber kurzfristigem Umsatzwachstum. Die Bruttomarge stieg um zwei Prozentpunkte auf 64,9 Prozent.

Der Online-Händler Zalando hat im zweiten Quartal weniger Umsatz erzielt und verdient als erwartet. Das Management konkretisierte die Jahresprognose: Das Bruttowarenvolumen und der Umsatz sollen in der unteren Hälfte der Spanne von 12 bis 17 Prozent Wachstum liegen. Beim bereinigten operativen Ergebnis (Ebit) werden nun 680 bis 720 Millionen Euro erwartet.

Der Reifenhersteller Continental verdient nach Verkäufen mehr. Der um den Verkauf der Sparte OESL bereinigte Betriebsgewinn verbesserte sich im zweiten Quartal um gut ein Drittel auf 570 Millionen Euro. Die Gewinnmarge lag bei 12,9 Prozent nach 9,6 Prozent im Vorjahr. Finanzchef Roland Welzbacher führte den höheren Gewinn auf mehr verkaufte große Reifen, geringere Zollkosten und günstigere Rohstoffpreise zurück. Beim Umsatz spürt Continental jedoch die schwächelnde Autokonjunktur: Die Erlöse lagen bereinigt um die Verkäufe mit 4,4 Milliarden Euro um 0,3 Prozent unter dem Vorjahr.

Der Spezialchemiekonzern Evonik profitiert von Lieferengpässen asiatischer Wettbewerber wegen des Iran-Kriegs. Das operative Ergebnis (Ebitda) stieg im zweiten Quartal um 24 Prozent auf 630 Millionen Euro. Der Umsatz erhöhte sich um elf Prozent auf 3,9 Milliarden Euro. Für das Gesamtjahr erwartet Evonik ein bereinigtes Ebitda zwischen zwei und 2,2 Milliarden Euro, nach zuvor 1,7 bis zwei Milliarden Euro. Trotz des Gewinnanstiegs werden rund 2800 Stellen bis Ende 2026 gestrichen, weitere 3200 Stellen sollen bis 2029 wegfallen.

Europas größte Bank HSBC hat ihren Gewinn im ersten Halbjahr um 23 Prozent gesteigert. Der Vorsteuergewinn kletterte auf 19,5 Milliarden Dollar, übertraf damit die Erwartungen. HSBC kündigte ein Aktienrückkaufprogramm im Volumen von bis zu einer Milliarde Dollar an und zahlt eine zweite Zwischendividende von 0,10 Dollar je Aktie.

Der Snapchat-Mutterkonzern Snap hat im zweiten Quartal dank höherer Werbeausgaben während der Fußball-WM die Umsatzerwartungen übertroffen. Der Umsatz stieg um rund 19 Prozent auf 1,60 Milliarden Dollar. Die Zahl der täglich aktiven Nutzer stieg weltweit um etwa fünf Prozent auf 493 Millionen, in Nordamerika sank sie jedoch um fast sieben Prozent. Für das dritte Quartal rechnet Snap mit einem Umsatz zwischen 1,70 und 1,74 Milliarden Dollar.

Der Dialysespezialist Fresenius Medical Care (FMC) hat im zweiten Quartal dank Fortschritten bei seinem Sparkurs einen Ergebnissprung verzeichnet. Der bereinigte operative Gewinn stieg um 20 Prozent auf 569 Millionen Euro und übertraf die Erwartungen deutlich. Allerdings sank die Zahl der Dialysebehandlungen in den USA organisch um 0,9 Prozent, was als Enttäuschung gewertet wurde. Die FMC-Aktien verloren vorbörslich mehr als acht Prozent.

Der japanische Autobauer Nissan hat im ersten Quartal dank strikterer Kostenkontrolle und eines schwachen Yen überraschend viel verdient. Das operative Ergebnis lag bei 77,9 Milliarden Yen, nach einem Verlust von 79,1 Milliarden Yen im Vorjahr. Konzernchef Ivan Espinosa erklärte, die schwierigen Bedingungen in China und im Nahen Osten hätten Teile des Geschäfts belastet.

Der Industriegasekonzern Linde profitiert von der starken Nachfrage aus der Chip-Branche. Der Umsatz sprang im zweiten Quartal um neun Prozent auf 9,3 Milliarden Dollar. Mit Elektronik-Herstellern machte Linde 18 Prozent mehr Umsatz. Der bereinigte operative Gewinn stieg um sieben Prozent auf 2,7 Milliarden Dollar.

Der Anstieg der Kerosinpreise durch den Irankrieg macht der British-Airways-Mutter IAG zu schaffen. Der um Sondereffekte bereinigte Betriebsgewinn sank im zweiten Quartal um 16 Prozent auf 1,41 Milliarden Euro. Für das Gesamtjahr rechnet IAG mit einer Treibstoffrechnung von 8,6 Milliarden Euro.

Ein florierendes Geschäft mit Videospielen und Bildsensoren hat Sony im abgelaufenen Quartal einen kräftigen Gewinnsprung beschert. Der Betriebsgewinn stieg um 40 Prozent auf 476,5 Milliarden Yen (rund 2,97 Milliarden Dollar) und übertraf damit die Erwartungen deutlich.