Bei ukrainischen Drohnenangriffen auf russische Lagerhallen sind in der Nacht zum Dienstag fünf Menschen ums Leben gekommen. Das teilte der Gouverneur der Region Moskau, Andrei Worobjow, mit. Die Angriffe richteten sich gegen mehrere Einrichtungen des Online-Händlers Wildberries, dem größten russischen Versandhändler.
Brand bei St. Petersburg: Mitarbeiter rechtzeitig evakuiert
In der Siedlung Krasny Bor im Gebiet Leningrad nahe St. Petersburg brach nach einer Attacke ein Feuer in einem Logistikzentrum von Wildberries aus. Wie Gouverneur Alexander Drosdenko mitteilte, konnten alle Mitarbeiter rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden. Verletzte gab es demnach nicht. Das Unternehmen bestätigte den Brand und erklärte, der Sachschaden sei erheblich.
Ebenfalls nahe St. Petersburg wurde ein Verteilzentrum des Lebensmittelhändlers Lenta getroffen. Nach dem Absturz einer Drohne entzündete sich dort ein Feuer, wie das Unternehmen mitteilte. Eine Person wurde verletzt, das Feuer konnte jedoch gelöscht werden. Lenta zählt zu den größten Lebensmittelhändlern des Landes.
Mehrere Feuer bei Moskau – fünf Tote bestätigt
In der Nähe der Stadt Tschechow im Oblast Moskau brachen nach einem ukrainischen Drohnenangriff mehrere Feuer in einem Industriegebiet aus, wie Gouverneur Worobjow auf Telegram schrieb. Den größten Brand gab es demnach in einem Lagerhaus, das auch von Wildberries genutzt wird. In sozialen Medien kursierten nicht verifizierte Fotos, die Rauch und evakuierte Mitarbeiter zeigen sollen. Bei dem Angriff kamen fünf Menschen ums Leben, zehn weitere wurden verletzt, so Worobjow weiter.
In der Region Twer, nordwestlich von Moskau, meldeten die Behörden ebenfalls Schäden an einem Wildberries-Lager. In Emmaus beschädigten herabstürzende Drohnentrümmer eine Wand der Lagerhalle, wie es hieß. Mitarbeiter blieben unverletzt.
Lagerhaus in Samara komplett ausgebrannt
Ein Lagerhaus in der russischen Region Samara brannte nach einem ukrainischen Angriff vollständig aus. Alle dort gelagerten Waren wurden zerstört, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf einen Vertreter der Regionalregierung. Der Angriff erfolgte bereits am Sonntag, wie der Gouverneur der Region mitteilte. Der Standort liegt rund 800 Kilometer von den vordersten ukrainischen Militärstellungen entfernt.
Die russischen Streitkräfte haben unterdessen nach eigenen Angaben ein Logistikzentrum in der ukrainischen Region Sumy angegriffen. Das Zentrum befindet sich in der Stadt Buryn, wie die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf das Verteidigungsministerium in Moskau berichtete.
Hintergrund: Angriffe auf Wildberries seit Mitte Juli
Russland führt seit mehr als vier Jahren einen zerstörerischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Im Rahmen ihres Abwehrkampfes greifen die ukrainischen Streitkräfte vor allem mit Drohnen auch Ziele im russischen Hinterland an. Diese Angriffe wurden zuletzt ausgeweitet. Seit Mitte Juli attackiert die Ukraine immer wieder Standorte von Wildberries. Die Regierung in Kyjiw wirft dem Unternehmen vor, auch Material für den russischen Angriffskrieg zu liefern. Russische Behörden hingegen sprechen von Terrorismus gegen zivile Infrastruktur.



