Ex-Polizist vor Gericht: Betrug mit erfundenen Mietwohnungen
Ex-Polizist: Betrug mit Mietwohnungen vor Gericht

Ein ehemaliger Berliner Polizist muss sich seit heute vor dem Landgericht Berlin wegen schweren Betrugs verantworten. Der 37-jährige Ex-Ermittler, der einst in einer Abteilung zur Bekämpfung von Betrugskriminalität arbeitete, soll mit erfundenen Mietwohnungen und gestohlenen Identitäten rund 320.000 Euro erbeutet haben.

Die Anklage: Drei Anklagen, drei Betrugsmethoden

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann in drei Anklagen besonders schweren Computerbetrug und besonders schweren Betrug vor. Die Taten sollen sich zwischen September 2021 und September 2024 ereignet haben. Laut Anklage habe der Angeklagte ein „Betrugssystem geschaffen“ und das erlangte Geld für sein „aufwendiges Leben“ verwendet. Im Juni 2022 wurde er im Zusammenhang mit einem anderen Verfahren aus dem Polizeidienst entlassen.

Die Masche: Fake-Wohnungen und Selbstauskünfte

Der Angeklagte soll im Internet immer wieder Wohnungen angeboten haben, die es in Wirklichkeit nicht gab. Dabei gab er sich als Mitarbeiter von Berliner Hausverwaltungen aus, die ebenfalls nicht existierten. „Aufgrund der angespannten Wohnsituation kam es zu zahlreichen Interessenbekundungen“, so die Staatsanwaltschaft. Per E-Mail forderte er die Interessenten dann zur Abgabe einer Selbstauskunft auf, um an sensible Daten zu gelangen.

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Drei Säulen des Betrugssystems

Die Ermittler identifizierten drei Hauptmethoden, mit denen der Ex-Polizist vorging:

  • Kontoeröffnungen: Mit den gestohlenen Daten eröffnete er bei Banken Konten. Um an Zugangsdaten und Bankkarten zu kommen, richtete er Nachsendeaufträge ein, sodass Briefe an verwaiste Briefkästen gingen.
  • Gehaltsumleitung: Unter Ausnutzung von Arbeitgeberinformationen leitete er unter falscher Identität Gehälter um.
  • Versicherungsbetrug: Er schloss mit den erlangten Daten Diebstahlversicherungen ab, meldete dann angebliche Diebstähle und kassierte die Versicherungssummen.

Zudem soll er Konten bis zur Grenze des Dispositionskredits geplündert haben.

Prozessauftakt: Geständnis angekündigt

Zu Prozessbeginn kündigte sein Verteidiger an, dass sein Mandant zu einem späteren Zeitpunkt ein Geständnis ablegen werde. Der Prozess wird am 13. August fortgesetzt. Das Landgericht Berlin muss nun über die Schuld des 37-Jährigen entscheiden.

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