Europas größter Softwarehersteller SAP hat im zweiten Quartal deutlich mehr verdient, stutzt aber wegen zweier Zukäufe seinen Ausblick für das operative Ergebnis 2026. Das Management senkte die Prognose für das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) währungsbereinigt auf ein Wachstum zwischen 13 und 17 Prozent. Zuvor hatte SAP-Chef Christian Klein noch 14 bis 18 Prozent anvisiert. Die Aktie reagierte dennoch positiv: Die in New York gehandelten Hinterlegungsscheine zogen nach US-Börsenschluss um 6 Prozent an.
Gründe für die gesenkte Prognose
Das Management begründete die Anpassung mit den nun abgeschlossenen Zukäufen von Dremio und Prior Labs. Diese Akquisitionen belasten kurzfristig das operative Ergebnis, sollen aber langfristig das Cloudgeschäft stärken. Der Cloud-Vertragsbestand für die kommenden zwölf Monate wuchs stärker als erwartet, was die Anleger beruhigte.
Quartalszahlen im Detail
Im zweiten Quartal steigerte SAP den Gesamtumsatz um 9 Prozent auf 9,88 Milliarden Euro. Besonders der Cloudumsatz zog überraschend stark um 22 Prozent an. Das bereinigte operative Ergebnis stieg um 7 Prozent auf 2,74 Milliarden Euro – weniger stark als von Analysten erwartet. Unterm Strich machte SAP mit 2,21 Milliarden Euro gut ein Viertel mehr Gewinn als im Vorjahreszeitraum.
Ausblick und Marktreaktion
Die gesenkte Prognose zeigt, dass die Integration der Zukäufe zunächst Kosten verursacht. SAP-Chef Christian Klein betonte jedoch, dass die strategischen Übernahmen das Cloudwachstum langfristig beschleunigen werden. Die Aktie legte nachbörslich zu, da das Cloudwachstum die Sorgen um die gesenkte Gewinnprognose überlagerte.



