VW-Aufsichtsrat schweigt zu Werksschließungen und Stellenabbau
VW-Aufsichtsrat schweigt zu Werksschließungen

Nach der jüngsten Aufsichtsratssitzung von Volkswagen herrscht bei der Belegschaft weiterhin Unklarheit über die geplanten Sparmaßnahmen. Der Betriebsrat forderte Konzernchef Oliver Blume auf, sich zu den möglichen Werksschließungen und dem Stellenabbau zu äußern. Die Spitze des Autobauers schwieg jedoch zu den konkreten Plänen.

Betriebsrat fordert Klarheit von Konzernchef Blume

In einer Mitteilung des Betriebsrats hieß es, die Arbeitnehmervertreter hätten erwartet, dass die Unternehmensführung nach der Sitzung des Aufsichtsrats am Donnerstag konkrete Angaben mache. „Wir brauchen endlich Klarheit, was mit den Standorten und den Arbeitsplätzen passiert“, sagte ein Sprecher des Betriebsrats. „Die Belegschaft ist verunsichert, und das Schweigen der Führungsspitze ist nicht akzeptabel.“

Volkswagen hatte zuvor Sparpläne angekündigt, um die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Konzernchef Blume betonte in der Vergangenheit, dass Einsparungen notwendig seien, ohne jedoch Details zu nennen. Analysten gehen davon aus, dass der Konzern mehrere Werke schließen und Tausende Stellen streichen könnte. Laut einer Studie des CAR-Instituts könnten bis zu 30.000 Arbeitsplätze in Deutschland gefährdet sein.

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Aufsichtsrat vertagt Entscheidung

Der Aufsichtsrat von Volkswagen vertagte nach Informationen aus Konzernkreisen eine endgültige Entscheidung über die Sparpläne. Stattdessen wurde eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die bis zum Jahresende Vorschläge erarbeiten soll. Der Betriebsrat kritisierte dieses Vorgehen scharf: „Die Vertagung ist ein Armutszeugnis. Die Beschäftigten brauchen jetzt Perspektiven, nicht noch mehr Arbeitsgruppen.“

Die IG Metall, die im Aufsichtsrat vertreten ist, forderte ebenfalls eine rasche Klärung. „Wir werden nicht zulassen, dass die Lasten der Krise einseitig auf die Beschäftigten abgewälzt werden“, sagte ein Sprecher der Gewerkschaft. Volkswagen müsse Investitionen in die Zukunft tätigen, statt Standorte zu schließen.

Unternehmenssprecher verweist auf laufende Gespräche

Ein Sprecher von Volkswagen wollte die Forderungen des Betriebsrats nicht kommentieren und verwies auf die laufenden Gespräche. „Der Vorstand steht im Austausch mit den Arbeitnehmervertretern. Wir werden zu gegebener Zeit über die Ergebnisse informieren“, sagte der Sprecher. Eine konkrete Zeitangabe für eine Entscheidung machte er nicht.

Die Unsicherheit bei der Belegschaft ist groß. In den Werken in Wolfsburg, Emden und Zwickau machen sich die Mitarbeiter Sorgen um ihre Arbeitsplätze. „Wir hören seit Monaten von Sparmaßnahmen, aber niemand sagt uns die Wahrheit“, sagte ein Mitarbeiter aus der Produktion. „Das belastet die Stimmung enorm.“

Volkswagen steht unter Druck, die Kosten zu senken, um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können. Insbesondere die Umstellung auf Elektromobilität erfordert hohe Investitionen, während die Nachfrage nach Verbrennern zurückgeht. Analysten erwarten, dass der Konzern in den kommenden Jahren tiefe Einschnitte vornehmen muss.

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