WM-Werbe-Wahnsinn: Von Ballkindern bis Trinkpausen alles gesponsert
WM-Werbe-Wahnsinn: Alles gesponsert, selbst Ballkinder

Trinkpausen in Stadien, die auf 21 Grad heruntergekühlt sind – wer hat sich diesen Quatsch eigentlich ausgedacht? Nachdem die Fans zu Beginn des Turniers das Geschehen zur Hälfte der Hälfte in Schockstarre über sich ergehen ließen, haben sich die England-Fans beim Spiel in der geschlossenen Arena in Dallas am Mittwoch nun endlich mal gerade gemacht. Und haben die Akteure ausgepfiffen, als diese zur „Powerade Hydration Break“ an die Seitenlinie trabten.

Kommerzialisierung erreicht neue Dimensionen

Aber wenn Sie denken, der Schluck-Stopp wäre die Spitze des Werbe-Eisbergs, dann muss ich Sie enttäuschen. Die Kommerzialisierung bei der WM hat mittlerweile Dimensionen erreicht, über die man nur noch den Kopf schütteln kann. Ich musste mir beim Spiel Argentinien gegen Algerien Notizen machen, um nichts zu vergessen.

Vom Countdown bis zum Fan des Spiels: Alles wird gesponsert

Bereit? Die Einlaufkinder werden von Quaker präsentiert, einer Haferflocken-Firma. Aber nicht alle. Denn das Kind, das den Spielball aus dem Tunnel auf den Platz trägt („Official Match Ball Carrier“ nennt sich das in Fifa-Sprache), wird von Kia präsentiert. Aramco sponsert den Spaß des gemeinsamen Zählens des Countdowns bis zum Anpfiff. Geht danach ein Ball ins Aus, wird er von Ballkindern zurückgeworfen. Bzw. von der „Powerade Ball Crew“. Powerade zeichnet sich auch für die Trinkpausen verantwortlich, die das Spiel faktisch in Viertel teilen. In der Halbzeitpause winkt der „Lay's fan of the match“ von der Videoleinwand. Und wer sich auf dem Platz hervorgetan hat, darf sich nach Abpfiff „Michelob Ultra Superior Player of the Match“ nennen.

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Triktos bleiben werbefrei – aber Stadien umbenannt

Alles ist vermarktet – bis auf die Trikots der Nationalmannschaft. Die hält die Fifa frei von Werbung. Wegen der Reinheit des Spiels. Oder so ähnlich. Ach ja. Und die Stadiennamen werden während der WM verändert. Sie tragen im wahren Leben Sponsorennamen. Aber halt die falschen.

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