Eine Tankfüllung kostet die Autofahrer im Landkreis Aichach-Friedberg aktuell so viel wie vor acht Tagen – ein leichter Anstieg ist dennoch erkennbar. Nach Angaben des ADAC liegen die Durchschnittspreise für Super E10 bei 1,85 Euro pro Liter, für Diesel bei 1,70 Euro. Zwischen der günstigsten und der teuersten Tankstelle liegen dabei bis zu 12 Cent pro Liter, was bei einem 50-Liter-Tank immerhin sechs Euro ausmacht.
Die Spanne ist typisch für den ländlichen Raum. Rund 20 Tankstellen sind im Landkreis im Preisvergleich erfasst, davon gehören viele zu großen Ketten wie Shell, Aral oder Jet. Die günstigsten Angebote kommen häufig von Discountern wie Aldi, Lidl oder der neuen Tankstelle am Ortsrand von Aichach.
So setzt sich der Spritpreis zusammen
Wer den Preis an der Zapfsäule verstehen möchte, muss die Bestandteile kennen. Der wichtigste Faktor ist der Rohölpreis, der sich an den internationalen Börsen bildet. Seit Monaten pendelt er zwischen 75 und 85 US-Dollar pro Barrel – eine stabile Basis.
Dazu kommen die Produktions- und Transportkosten der Raffinerien sowie die gesetzlichen Steuern. Die Energiesteuer für Benzin beträgt 65,45 Cent pro Liter, für Diesel 47,04 Cent. Auf den Nettopreis wird dann die Mehrwertsteuer von 19 Prozent erhoben. Außerdem erhöht der CO2-Preis den Preis um etwa 11 Cent pro Liter. Insgesamt machen Steuern und Abgaben in Deutschland rund 45 Prozent des Endpreises aus.
Regionale Unterschiede sind normal
Auch wenn im Landkreis die Durchschnittspreise nahe am Bundesmittel liegen, gibt es deutliche Schwankungen. In Friedberg ist der Sprit häufig ein bis zwei Cent teurer als in Aichach, weil die Nachfrage an der Autobahnanschlussstelle größer ist. Die Markttransparenzstelle veröffentlicht stündlich aktualisierte Daten, die zeigen, dass die Preise sich im Tagesverlauf bis zu sechsmal ändern.
Viele Autofahrer nutzen inzwischen Apps, um den Zeitpunkt mit den niedrigsten Preisen zu erwischen. In den Abendstunden zwischen 18 und 20 Uhr sind die Preise nach Erfahrung des ADAC meist am niedrigsten. Auch der frühe Vormittag ist oft günstig, während zur Mittagszeit und am Wochenende die Spritpreise steigen.
Tipps, um beim Tanken zu sparen
Neben der Wahl des richtigen Zeitpunkts hilft der Umweg zu einer günstigeren Tankstelle. Ein Extrakilometer lohnt sich, wenn die Ersparnis pro Liter mehr als zwei Cent beträgt. Experten empfehlen, die Preise über die offizielle ADAC-App zu vergleichen, die alle Tankstellen in der Umgebung auflistet.
Wer leichtes Gepäck im Kofferraum lässt und eine moderate Fahrweise praktiziert, kann den Verbrauch senken. Auch der Reifendruck spielt eine Rolle: Zu geringer Druck erhöht den Rollwiderstand und damit den Kraftstoffverbrauch. Eine Anpassung um 0,2 bar kann den Verbrauch um bis zu drei Prozent reduzieren.
Ausblick: So geht es mit den Preisen weiter
Die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) hat die Produktionsquoten zuletzt konstant gehalten, doch die weltweite Nachfrage wächst. Analysten rechnen damit, dass die Preise bis zum Sommer moderat anziehen werden. Die Bundesregierung plant außerdem, den CO2-Preis bis 2026 auf 55 bis 65 Euro zu erhöhen, was die Spritpreise in den kommenden Jahren verteuern wird.
Für den Landkreis Aichach-Friedberg bedeutet das: Die Spritpreise bleiben in Bewegung, und ein gelegentlicher Preisvergleich wird sich weiter lohnen. Die Tankstellenbetreiber haben sich auf das Preisbewusstsein der Kunden eingestellt und passen ihre Preise regelmäßig an. Auf diese Weise profitieren alle, die flexibel bleiben.



