Nach Obduktion: Todesursache im Gewaltverbrechen von Kunzach steht fest
Obduktion: Todesursache im Gewaltverbrechen von Kunzach

Die Polizei hat die Todesursache im Gewaltverbrechen von Kunzach bekannt gegeben. Das teilten die Ermittlungsbehörden in einer gemeinsamen Presseerklärung mit. Demnach ging dem Tod des 34 Jahre alten Mannes eine Stichverletzung voraus, die das Herz durchtrennte. Die Obduktion wurde im Institut für Rechtsmedizin der Universität München durchgeführt.

Obduktion bringt Klarheit

„Die rechtsmedizinische Untersuchung hat zweifelsfrei ergeben, dass der Mann an den Folgen einer einzelnen Stichverletzung gestorben ist", sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Memmingen. Die Verletzung sei durch ein scharfes Tatwerkzeug verursacht worden. Die Ärzte stellten zudem fest, dass das Opfer keine Abwehrverletzungen aufweist. Dies lege nahe, dass der Angriff überraschend erfolgt ist, so der Sprecher weiter.

Das Tatwerkzeug ist nach wie vor nicht aufgefunden worden. Die Kriminalpolizei überprüft deshalb derzeit alle Messer und ähnlichen Gegenstände, die im Umfeld des Tatorts sichergestellt wurden. Schwerpunkt der weiteren Ermittlungen ist nun die Suche nach Zeugen, die im Tatzeitraum etwas beobachtet haben.

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Leiche in Wohnung gefunden

Der Mann war am vergangenen Freitag leblos in seiner Wohnung in einem Mehrfamilienhaus in Kunzach entdeckt worden. Ein Bekannter hatte den Notruf gewählt, nachdem er den 34-Jährigen trotz mehrfacher Klingelzeichen nicht erreichen konnte. Die eingesetzten Rettungskräfte konnten nur noch den Tod feststellen. Bereits am Fundort ergaben sich Anhaltspunkte für ein Fremdverschulden, woraufhin eine Mordkommission der Kriminalpolizei Memmingen eingesetzt wurde.

Die Obduktion, die gemeinsam von einem Rechtsmediziner und einem Facharzt durchgeführt wurde, dauerte mehrere Stunden. Neben der Bestimmung der Todesursache wurden auch Gewebeproben entnommen. Die Ergebnisse der toxikologischen Untersuchungen werden in einigen Wochen erwartet. Sie sollen klären, ob sich Drogen oder Medikamente im Blut des Opfers befanden.

Ermittler gehen von gezieltem Angriff aus

Nach Angaben der Polizei verdichten sich die Hinweise auf einen gezielten Angriff. „Wir gehen nicht von einem Raubdelikt aus", hieß es. Es gebe keine Anzeichen für ein gewaltsames Eindringen in die Wohnung. Daher vermuten die Ermittler, dass der Mann den Täter gekannt haben und ihm freiwillig geöffnet haben könnte. Die Befragung der Nachbarn und Angehörigen läuft auf Hochtouren.

Die Bewohner des Hauses und der näheren Umgebung sind von dem Geschehen tief betroffen. Viele hatten das Opfer als stillen und freundlichen Mann beschrieben. In dem kleinen Ortsteil herrscht Fassungslosigkeit. Seelsorger wurden zur Betreuung von Zeugen und Anwohnern angefordert.

Polizei bittet um Hinweise

Derzeit ist die Zahl der Ermittler im Fall Kunzach auf zwölf Personen erhöht worden. Die Beamten werten Videoaufnahmen aus und überprüfen die Telefondaten des Opfers. Die Polizei sucht zudem mit einem Aufruf nach einer möglichen Zeugin, die am Tatmorgen gesehen worden sein soll. Wer sachdienliche Hinweise geben kann, wird gebeten, sich beim Polizeipräsidium Schwaben Süd/West in Memmingen zu melden.

Die genauen Umstände der Tat sind noch Gegenstand der Ermittlungen. Die Behörden betonten, dass man mit der Veröffentlichung der Todesursache auch Spekulationen entgegnen wolle. Die weiteren Ergebnisse sollen veröffentlicht werden, sobald der Sachstand es zulässt.

Kunzach – ein ruhiger Ortsteil

Kunzach liegt im Landkreis Unterallgäu und ist ein Ortsteil der Stadt Mindelheim. Rund 700 Menschen leben hier. Der Ort ist überwiegend landwirtschaftlich geprägt, viele Bewohner pendeln zur Arbeit in die Kreisstadt Mindelheim oder nach Memmingen. Gewalttaten waren bislang jedoch die absolute Ausnahme. Die Polizeistatistik weist für die Gemeinde in den vergangenen Jahren keine vergleichbaren Fälle auf. Der Schock in der Bevölkerung ist daher umso größer.

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