In Charlottenburg-Nord hat die Berliner Stadtreinigung (BSR) mehrere Mülleimer entlang des Grünzugs zwischen Halemweg und Popitzweg mit blauen Säcken abgeklebt und stellt deren Leerung vorerst ein. Grund dafür ist der gesundheitliche Schutz der Mitarbeiter, wie die BSR auf Anfrage mitteilte. Der Stadtteil gilt als Müllhotspot, doch diesmal liegt das Problem nicht bei den Anwohnern, sondern bei einer akuten Gefährdungslage.
Mitarbeiter meiden das Gebiet
„Wir haben die Mülleimer aus Gründen des gesundheitlichen Schutzes unserer Mitarbeiter abgeklebt. Derzeit meiden unsere Teams das Gebiet und kehren erst zurück, wenn keine Gefahr mehr droht“, erklärte ein BSR-Sprecher. Konkrete Angaben zur Art der Gefahr machte das Unternehmen nicht. Es handle sich um eine temporäre Maßnahme, die so lange bestehen bleibe, bis die Situation sicher sei.
Der Grünzug zwischen Halemweg und Popitzweg liegt in einem Wohngebiet, das in der Vergangenheit immer wieder durch wilde Müllablagerungen aufgefallen war. Laut Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf wurden dort allein im vergangenen Jahr über 200 Sperrmüllfunde registriert. Die BSR betont jedoch, dass die aktuelle Aktion nichts mit dem üblichen Müllproblem zu tun habe.
Anwohner zeigen Verständnis
Einige Anwohner zeigten sich irritiert über die verhüllten Behälter. „Ich verstehe nicht, warum die Mülleimer nicht geleert werden. Das führt doch nur zu noch mehr Müll auf den Wegen“, sagte eine Passantin. Andere äußerten Verständnis: „Wenn die Mitarbeiter gefährdet sind, ist die Maßnahme richtig. Wir müssen dann eben unseren Müll mit nach Hause nehmen.“
Die BSR appelliert an die Bevölkerung, den Müll in dieser Zeit nicht in den abgeklebten Behältern zu entsorgen, sondern die nächstgelegenen Alternativen zu nutzen. Diese befinden sich an der Ecke Halemweg/Heckerdamm und am U-Bahnhof Jakob-Kaiser-Platz. Wann die normalen Leerungen wieder aufgenommen werden, steht noch nicht fest.
Hintergrund: Müllhotspot Charlottenburg-Nord
Charlottenburg-Nord ist im Stadtbezirk Charlottenburg-Wilmersdorf als sogenannter Müllhotspot bekannt. Die BSR und das Bezirksamt haben in den vergangenen Jahren verstärkt gegen illegale Müllablagerungen vorgegangen, unter anderem durch zusätzliche Kontrollen und die Aufstellung von Überwachungskameras. Die aktuelle Situation zeigt jedoch, dass nicht nur Bewohner, sondern auch externe Faktoren die Arbeit der Stadtreinigung beeinträchtigen können.



