Mehrere Jahre nach dem Ende der Corona-Pandemie haben Unternehmen in Schleswig-Holstein weiterhin mit den finanziellen Folgen zu kämpfen. Wie die Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH) mitteilte, sind im Norden aktuell noch Rückforderungen aus verschiedenen Hilfsprogrammen in Höhe von insgesamt rund 293 Millionen Euro offen. Dies berichteten zunächst die „Kieler Nachrichten“.
Corona-Soforthilfen: Rückforderungen in Millionenhöhe
Allein bei den sogenannten Corona-Soforthilfen hat die IB.SH ursprünglich rund 468 Millionen Euro ausgezahlt, was etwa 56.000 Anträgen entspricht. Bislang wurden rund 360 Millionen Euro von rund 46.000 Kunden zurückgefordert. Das zweite Rückmeldeverfahren läuft noch. Von den zurückgeforderten Beträgen wurden bisher rund 200 Millionen Euro tatsächlich zurückgezahlt.
Aktuell laufen noch rund 3.600 Widerspruchsverfahren. Zudem gab es bislang 72 Klagen, von denen 45 bereits abgeschlossen sind. Laut IB.SH hatte keine der Klagen Erfolg.
Neustart- und Überbrückungshilfen
Neben den Soforthilfen hat die Investitionsbank rund 60 Millionen Euro an sogenannten Neustarthilfen ausgezahlt. Im Nachgang forderte sie 22 Millionen Euro zurück, wovon die Hälfte (11 Millionen Euro) bereits zurückgezahlt ist.
Deutlich höher sind die Beträge bei den Überbrückungs- sowie November- und Dezember-Hilfen: Ursprünglich wurden mehr als 1,7 Milliarden Euro ausgezahlt. Die Rückforderungen belaufen sich auf knapp 184 Millionen Euro, wovon 122 Millionen Euro noch ausstehen. Die IB.SH bietet Stundungsmöglichkeiten von bis zu 36 Monaten an, die zusammen mit flexiblen Rückzahlungsoptionen dazu führen, dass die Rückzahlungen über die kommenden Jahre verteilt erfolgen können.
Die Rückforderungen belasten viele Unternehmen noch Jahre nach der Pandemie. Die IB.SH betont jedoch, dass sie mit den Unternehmen individuelle Lösungen sucht, um die Rückzahlungen zu bewältigen.



