Cottbus setzt auf Wassernebeltor zur Abkühlung – Potsdam hinkt hinterher
Cottbus setzt auf Wassernebeltor – Potsdam hinkt hinterher

Cottbus setzt auf Wassernebeltor zur Abkühlung – Potsdam hinkt hinterher

Am gestrigen Donnerstag, dem 19. Juni 2026, wurde in Cottbus ein Wassernebeltor in Betrieb genommen. Oberbürgermeister Tobias Schick (SPD) weihte die Anlage ein, die Passanten auf Knopfdruck mit fein vernebeltem Wasser Abkühlung bieten soll. Zusätzlich wurde ein zweites mobiles Nebeltor für Veranstaltungen angeschafft. Die Aktion steht ganz im Zeichen des brandenburgischen Landesmottos: „Es kann so einfach sein.“

Während Cottbus also einen aktiven Schritt gegen die Hitze unternimmt, sieht die Situation in Potsdam anders aus. Für den heutigen Freitag hat der Deutsche Wetterdienst eine Hitzewarnung herausgegeben – Temperaturen bis zu 35 Grad sind möglich. Doch die Landeshauptstadt zeigt sich beim Hitzeschutz zögerlich. Bereits im vergangenen Jahr hieß es aus dem Rathaus, dass man auf Vernebelungsanlagen verzichte, da diese aufgrund gesetzlicher Vorgaben zur Trinkwasserhygiene „technisch anspruchsvoll“ seien. Nun könnte man auf Erfahrungswerte aus Cottbus zurückgreifen.

Theoretisch ist Potsdam gut aufgestellt: Es gibt regelmäßige Runden mit Wissenschaftlern, eine detaillierte Stadtklimakarte, die hitzegefährdete Orte zeigt, und seit 2015 ein Klimaanpassungskonzept mit weitsichtigen Empfehlungen. In der Praxis scheitern jedoch selbst einfache Maßnahmen oft am Geld. Ein Beispiel ist die „Operation Zapfhahn“, bei der mit Schildern auf Sanitäranlagen in öffentlichen Gebäuden hingewiesen werden sollte, wo man kostenlos Wasser auffüllen kann – ein Vorhaben, das nicht umgesetzt wurde.

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Auch bei der Einrichtung öffentlicher Trinkbrunnen kommt Potsdam nur langsam voran. Für die 188.000 Einwohner gibt es lediglich zwei Trinkbrunnen, der letzte wurde 2014 eingeweiht – das liegt drei Fußball-Weltmeisterschaften zurück. Immerhin: Auf dem Steubenplatz neben dem Landtag haben diese Woche die Bauarbeiten für einen „Cooling Point“ begonnen. Geplant sind eine Regenwasserzisterne, schattenspendende Bäume und ein öffentlicher Trinkbrunnen. Für diesen Sommer kommt das zu spät, aber nächstes Jahr wird es wieder heiß.

Im heutigen Newsletter geht es außerdem um den Jugendhilfeausschuss, der eine externe Prüfung beim Jugendamt durchsetzt, die gute Nachricht, dass Potsdam die Tanzsteuer wohl nicht einführt, sowie die Person der Woche: den Babelsberger Digitalunternehmer Jörn Hartwig zum 20. Jubiläum seiner Firma D-Labs. Zudem gibt es Veranstaltungstipps für das Wochenende und einen Gastrotipp.

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