Dämmmaßnahmen rund ums Haus sind oft sinnvoll und können langfristig Heizkosten senken. Doch nicht jedes Werbeversprechen ist seriös. Die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein warnt vor übertriebenen Angaben wie „50 Prozent Energieersparnis“ ohne konkrete Berechnungen. Solche allgemeinen Prozentangaben seien fachlich nicht belastbar und irreführend.
Warum pauschale Sparversprechen problematisch sind
Die tatsächliche Energieeinsparung durch eine Wärmedämmung hängt von vielen individuellen Faktoren ab. Dazu gehören die Bauweise und der Zustand des Hauses, das Heizsystem sowie das persönliche Nutzungsverhalten – etwa die Raumtemperatur. Eine komplexe Rechnung ist nötig, um realistische Werte zu erhalten.
So berechnen Sie die Einsparung selbst
Die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein zeigt auf ihrer Webseite, wie Sie die Einsparung einer Fassadendämmung grob abschätzen können. Multiplizieren Sie dazu drei Werte miteinander:
- U-Wert-Differenz: Die Differenz zwischen dem Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Wert) der Fassade vor und nach der Dämmung.
- Heizaufwand: Der notwendige Heizaufwand von Herbst bis Frühjahr, gemessen in Kilokelvinstunden (kKh).
- Dämmfläche: Die zu dämmende Fläche in Quadratmetern.
Das Ergebnis sind die jährlich eingesparten Kilowattstunden (kWh) Heizenergie. Mit dem Heizenergiepreis können Sie die Einsparung in Euro umrechnen und mit den Investitionskosten vergleichen. So lässt sich grob abschätzen, nach wie vielen Jahren sich die Dämmung finanziell lohnt.
Woher bekommen Sie die nötigen Daten?
Den Ist-Zustand der Fassade entnehmen Sie Plänen oder Bauantragsunterlagen. Alternativ messen Sie die Wanddicke und prüfen das Material. Online-Rechner helfen, den U-Wert zu ermitteln. Den Heizaufwand finden Sie in der Fachliteratur unter dem Begriff „Gradtagzahl“. Diese wird oft in Kelvintage (Kd) angegeben. Rechnen Sie um: Multiplizieren Sie den Wert mit 24 und teilen Sie durch 1000, um Kilokelvinstunden zu erhalten.
Die Fassadenfläche muss nicht exakt ausgemessen werden. Sie können die Fläche aus dem Angebot der Fachfirma übernehmen.
Fazit: Seriöse Angebote erkennen
Lassen Sie sich nicht von pauschalen Sparversprechen blenden. Fordern Sie konkrete, nachvollziehbare Berechnungen. Eine professionelle Energieberatung kann Ihnen helfen, die Rentabilität einer Dämmung realistisch einzuschätzen. So vermeiden Sie Enttäuschungen und investieren gezielt in Energieeffizienz.



