Eis-Preise: So viele Arbeitsminuten kosten Magnum, Cornetto & Nogger
Eis-Preise: Arbeitsminuten für Magnum, Cornetto & Nogger

Ob in der Mittagspause, am Badesee oder nach dem Abendessen – ein Eis ist ein Stück Sommerglück. Doch der Genuss hat seinen Preis, nicht nur in Euro, sondern auch in Arbeitszeit. Eine einfache Rechnung zeigt, wie lange ein durchschnittlicher Arbeitnehmer in Deutschland für bekannte Produkte wie Magnum, Cornetto und Nogger schuften muss.

Das Durchschnittseinkommen als Basis

Um die Arbeitszeit für ein Eis zu bestimmen, ist der Nettolohn entscheidend, also das Geld, das nach Steuern und Abgaben vom Konto eintrifft. Laut Statistischem Bundesamt liegt das durchschnittliche Bruttojahresgehalt eines vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmers in Deutschland bei rund 50.000 Euro. Ein alleinstehender Arbeitnehmer ohne Kinder zahlt darauf etwa 37 Prozent Steuern und Sozialabgaben, sodass ihm netto etwa 2.650 Euro im Monat bleiben. Bei einer üblichen Arbeitszeit von 39,4 Wochenstunden entspricht das einem Nettostundenlohn von rund 16 Euro.

Diese Zahl variiert natürlich: In höheren Steuerklassen oder mit Familienleistungen bleibt mehr vom Lohn übrig, im Niedriglohnsektor weniger. Für die Berechnung gehen wir daher von einem typischen Durchschnittsverdiener aus, nicht von einem Mindestlohnempfänger.

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Arbeitszeit für Magnum, Cornetto und Nogger

Mit dem Nettostundenlohn in der Hand lässt sich die Arbeitszeit für jede Eissorte ermitteln. Die Preise für die drei beliebten Langnese-Produkte wurden in einer Stichprobe von Supermarktketten wie Edeka, Rewe und Aldi erhoben. Im Schnitt kosten ein Magnum Classic 2,49 Euro, ein Cornetto 1,99 Euro und ein Nogger 1,29 Euro. Die Rechnung lautet:

  • Magnum Classic: 2,49 Euro ÷ 16 Euro × 60 Minuten = 9,3 Minuten – also rund 9 Minuten.
  • Cornetto: 1,99 Euro ÷ 16 Euro × 60 Minuten = 7,5 Minuten – also rund 7 bis 8 Minuten.
  • Nogger: 1,29 Euro ÷ 16 Euro × 60 Minuten = 4,8 Minuten – also rund 5 Minuten.

So unterschiedlich die drei Sorten sind, so eng liegen ihre Arbeitszeiten beieinander. Ein Nogger ist in weniger als fünf Minuten „verdient“, ein Magnum braucht fast doppelt so lange. Wer jede Woche ein Eis kauft, investiert damit über das Jahr verteilt fast acht Stunden Arbeitszeit – das entspricht nahezu einem ganzen Arbeitstag.

Warum Eis immer teurer wird

Die Preise für industriell hergestelltes Speiseeis sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Milchpulver, Kakaobutter, Zucker und Energie kosten mehr, auch Verpackung und Logistik werden teurer. Verbraucherschützer berichten, dass die Hersteller die gestiegenen Rohstoffpreise fast eins zu eins an den Handel weiterreichen. Zwar steigen auch die Nominallöhne, doch die allgemeine Inflationsrate liegt häufig über dem Lohnzuwachs. Das führt dazu, dass die persönliche Arbeitszeit für ein Eis tendenziell zunimmt – ein Phänomen, das sich auch bei Kinobesuchen oder Restaurantessen beobachten lässt.

So sparen Sie beim Eis-Einkauf

Trotz höherer Preise gibt es Wege, das Eisvergnügen günstig zu halten. Der wichtigste Tipp: Markeneis ist in Discountern oft 20 bis 30 Prozent günstiger als in manchen Supermärkten. Wer zusätzlich auf Sonderangebote wartet oder Großpackungen kauft, senkt die Kosten pro Stück spürbar. Auch Eigenmarken von Aldi, Lidl oder Netto schmecken vielen Verbrauchern ähnlich gut wie die Klassiker – für deutlich weniger Arbeitszeit.

Arbeitszeit als Messlatte

Die Idee, Kaufkraft in Arbeitszeit auszudrücken, hat Tradition. Der Big-Mac-Index des Magazins „The Economist“ vergleicht Währungen anhand der Burgerpreise. Für Eis gibt es ähnliche Berechnungen, die vor allem in sozialen Medien auf Interesse stoßen. Sie verdeutlichen anschaulich, wie viel von einem Stundenlohn für Genussmittel übrig bleibt oder eben nicht. Wenn Sie das nächste Mal vor der Kühltruhe stehen, können Sie sich mit der Formel Preis geteilt durch ihren persönlichen Nettostundenlohn ausrechnen, wie lange Sie für das Eis arbeiten müssen – ein erhellender Moment.

Am Ende bleibt festzuhalten: Die Deutschen müssen für ihr Eis nicht mehr als etwa zehn Minuten Arbeit einplanen. Das ist vergleichsweise wenig, wenn man bedenkt, dass für ein Kinopaket mit Popcorn oft mehr als zwei Stunden Arbeitszeit nötig sind.

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