Die sommerliche Hitze in Berlin bringt obdachlose Menschen in akute Lebensgefahr. Während die Hilfsbereitschaft im Winter groß ist, wird die Not der Wohnungslosen in den heißen Monaten oft übersehen, warnen Helfer der Wohnungslosenhilfe. Das Land Berlin hat auf einer Webseite die Angebote der „Hitzehilfe“ zusammengestellt, darunter Schutzräume und aufsuchende Hilfe durch soziale Träger. Doch die Kapazitäten sind begrenzt, und es fehlt an Spenden.
Passanten als Lebensretter: So können Sie helfen
Die Berliner Behörden appellieren an die Bevölkerung, wachsam zu sein. „Wenn Sie einen Menschen sehen, der ungewollt und ungeschützt im Freien schläft, dann helfen Sie, egal zu welcher Jahreszeit“, heißt es auf der offiziellen Informationsseite. Wer eine gesundheitliche Gefahr wie Dehydration vermutet, solle die Person höflich ansprechen und fragen, ob sie Hilfe benötigt und annehmen möchte. „Wenn ein Mensch hilflos wirkt, nicht ansprechbar ist oder sich in einer anderen akuten gesundheitlichen Gefahrensituation befindet, rufen Sie den Rettungsdienst: 112“, so der dringende Appell.
Hitzeschutzangebote der Berliner Stadtmission
Die Berliner Stadtmission hat mehrere Orte zum Abkühlen eingerichtet. An der Traglufthalle am Containerbahnhof in Friedrichshain gibt es an den Wochenenden eine „Nebelwand“, Sessel, Feldbetten, Snacks, Kaffee, kalte Getränke sowie Sonnencreme und Basecaps. Auch die Bahnhofsmission am Zoo und die City-Station an der Joachim-Friedrich-Straße 46 nahe dem Kurfürstendamm verteilen Wasser und Sonnenschutzmittel. Die Angebote sind ein wichtiger Beitrag, doch die Nachfrage steigt bei extremen Temperaturen rapide an.
Caritas startet mobile Hitzehilfe und sucht Ehrenamtliche
Die Caritas hat ihre Hitzehilfe ebenfalls gestartet. An drei Tagen pro Woche sind Mitarbeitende zwischen 13 und 18 Uhr an Treffpunkten obdachloser Menschen unterwegs und verteilen kühle Getränke, Informationsmaterialien, Sonnencreme und Kopfbedeckungen. Sonntags von 13 bis 18 Uhr steht ein Schutzraum in der Weddinger Residenzstraße zur Verfügung. Dort können sich obdachlose Menschen ausruhen, abkühlen und Beratung erhalten. Die Caritas rechnet damit, während der Projektlaufzeit bis zum 30. August rund 250 Menschen pro Woche zu erreichen und zu unterstützen. Zudem werden Ehrenamtliche gesucht, die sich für obdachlose Menschen engagieren möchten.
Spendenaufruf: Sommerbekleidung und Sonnencreme dringend benötigt
Die Berliner Stadtmission ruft zu Kleiderspenden auf. Während im Winter die Spendenbereitschaft groß sei, stünden die Mitarbeiter der Kleiderkammer im Sommer vor leeren Regalen. Benötigt werden für Männer saubere und intakte T-Shirts, eng anliegende Boxershorts, Socken, Hosen und Kopfbedeckungen wie Basecaps. Für Frauen werden T-Shirts, lange Röcke, Unterhosen, BHs, Leggings und Socken nachgefragt. Zudem werden Schuhe und Sneaker für beide Geschlechter sowie Sonnencreme-Spenden benötigt. Die Kleider können täglich in den Kleidercontainern der Berliner Stadtmission in der Lehrter Straße 68 in Berlin-Moabit abgegeben werden. Auch der „Textilhafen“ der Stadtmission an der Storkower Straße 139D in Pankow nimmt Spenden entgegen (Mo.–Fr. 9–16 Uhr). Weitere Informationen gibt es auf der Webseite der Berliner Stadtmission.



