Beliebte Sommerfrucht Ausverkauft? Warum Stände von Karls Erdbeerhof oft schon nachmittags schließen
Berlin. Mitten in der Erdbeerzeit sind die Stände von Karls Erdbeerhof teils auch tagsüber geschlossen. Wie kann das sein? Der Chef selbst erklärt es. Von Hannah Köllen, Bezirksreporterin Neukölln.
Sie gehören im Berliner Frühsommer fest zum Straßenbild: die knallroten Buden von Karls Erdbeerhof. Doch in diesen Tagen sind sie oft schon am Nachmittag verwaist, was bei vielen Kunden für Enttäuschung sorgt. So etwa am späten Mittwochnachmittag am Stand an der Neuköllner Hermannstraße oder an der Blaschkoallee.
Chef Robert Dahl bedauert die Situation
Das verärgert nicht nur potenzielle Kunden, die statt frischer Erdbeeren oder leckerer Erdbeermarmelade mit leeren Händen dastehen. Sondern auch Robert Dahl, Gründer von Karls Erlebnis-Dorf. „Wir würden natürlich gerne immer bis spät abends verkaufen, aber wir haben teilweise einfach keine Erdbeeren mehr“, so der Unternehmer im Gespräch mit der Morgenpost.
Ursache: Frühe Erntephase
Das sei vor allem im Mai jedes Jahr aufs Neue ein Problem. „Wir sind derzeit noch in der frühen Erntephase“, erklärt Dahl. Von den frühen Sorten würden weniger angepflanzt. Das führt dazu, dass die Verkaufsstände teilweise schon vor dem Abend ausverkauft sind. „Das ist aus vielerlei Sicht ärgerlich: Gerade die Kunden, die nach Feierabend noch Erdbeeren kaufen wollen, gehen dann leer aus.“ Für das Unternehmen bringt die knappe Ernte weniger Umsatz. Und auch für die Verkäuferinnen und Verkäufer in den Ständen sei es keine schöne Situation: Denn viele arbeiten auf Stundenbasis und kommen so auf weniger Gehalt.
Besserung in Sicht
„Wir wollen eigentlich, dass jeder Stand eine Kiste zu viel hat, sodass wir immer bis abends geöffnet bleiben können“, so Dahl. Doch er verspricht: „Es wird jetzt von Tag zu Tag besser.“ Denn etwa ab dem 10. Juni geht es für die Erdbeerpflücker von Karls Erdbeerhof in die Haupterntesaison. Spätestens dann sollten immer ausreichend Früchte vorhanden sein, so Dahl.
Zukunftspläne: Mehr frühe Sorten
Und damit alle Fans der Sommerfrucht im kommenden Jahr bereits im Mai die Erdbeeren ohne Einschränkungen genießen können, plant Dahl, 30 Hektar mehr von den frühen Sorten anzupflanzen. So soll sichergestellt werden, dass die Stände auch in der Vorsaison gut gefüllt sind und die Kunden nicht länger enttäuscht werden.



