Kaum liegt die Zwiebel ein paar Tage zu warm oder zu hell, sprießt plötzlich ein grüner Trieb aus der Knolle. Viele Menschen werfen sie dann reflexartig weg – aus Sorge, sie könnte nicht mehr genießbar sein. Doch bei Zwiebeln ist das in den meisten Fällen unnötig. Solange sie noch fest, trocken und frei von fauligen Stellen sind, lassen sich keimende Zwiebeln problemlos weiterverwenden. Und auch im Garten können Zwiebelreste noch nützlich sein.
Keimende Zwiebeln sind nicht giftig
Wer Zwiebeln zu hell oder zu warm lagert, entdeckt früher oder später lange grüne Triebe. Anders als bei Kartoffeln ist das aber kein Gesundheitsrisiko, wie myHOMEBOOK (gehört ebenfalls zu Axel Springer) bereits berichtete. Während Kartoffeln beim Keimen das giftige Solanin bilden, bleiben Zwiebeln unbedenklich.
Darauf weist die Initiative „Zu gut für die Tonne“ hin. Entscheidend ist der Zustand: Die Zwiebeln müssen fest und trocken sein. Werden sie weich, riechen faulig oder zeigen dunkle Stellen, gehören sie entsorgt.
Auch der grüne Keim selbst ist essbar. Frisch und knackig peppt er Salate oder Butterstullen auf.
Zwiebelsud hilft gegen Blattläuse
Nicht nur in der Küche sind Reste nützlich. Im Garten gilt Zwiebelsud als bewährtes Hausmittel gegen Blattläuse, Pilze und andere Pflanzenschädlinge. Die enthaltenen Schwefelverbindungen wirken leicht desinfizierend und abschreckend – ganz ohne Chemie.
Für den Sud braucht man 2–3 große Zwiebeln oder eine gute Handvoll Zwiebelschalen, 1 Liter Wasser sowie Topf, Sieb und Sprühflasche. Zwiebeln grob hacken oder nur die Schalen verwenden, in Wasser geben und etwa 30 Minuten köcheln lassen. Danach abkühlen, durch ein feines Sieb oder Tuch filtern und in eine Sprühflasche füllen. Am besten morgens oder abends auf die betroffenen Pflanzen sprühen.
Zwiebeln und Kartoffeln getrennt lagern
Ein häufiger Fehler: Zwiebeln und Kartoffeln liegen nebeneinander. Experten raten davon ab. Zwiebeln nehmen Feuchtigkeit von Kartoffeln auf und faulen schneller. Umgekehrt keimen Kartoffeln rascher, wenn sie direkt neben Zwiebeln lagern.
Besser ist es, beide getrennt aufzubewahren – kühl, dunkel und gut belüftet, etwa im Keller. Gibt es keinen Keller, eignet sich ein lichtgeschützter Behälter mit Luftlöchern an einem möglichst kühlen Ort.



