Die ketogene Diät wird als Wundermittel zum Abnehmen angepriesen und soll sogar Krankheiten lindern. Doch der Ernährungsmediziner Dr. Matthias Riedl schlägt Alarm: Die Low-Carb-Ernährungsform birgt erhebliche Gesundheitsrisiken. In einem Gespräch mit unserer Redaktion erklärt der Leiter des Medicum in Hamburg, was wirklich hinter dem Hype steckt.
Was ist die ketogene Ernährung?
Die ketogene Diät basiert auf einem extrem niedrigen Kohlenhydratanteil, dafür aber auf einem hohen Fett- und Eiweißkonsum. Durch den Verzicht auf Kohlenhydrate soll der Körper in einen Zustand der Ketose versetzt werden, bei dem er Fett statt Zucker verbrennt. Dies verspricht schnelle Gewichtsverluste und wird auch bei Epilepsie oder Diabetes diskutiert. Doch Dr. Riedl sieht „große Gefahr“ in dieser Ernährungsweise.
Dr. Riedl: „Keto-Diät ist nicht nachhaltig“
Der Experte betont, dass die Diät zwar kurzfristig zu Gewichtsverlust führen könne, aber langfristig oft scheitere. „Die meisten Menschen halten diese extreme Form der Ernährung nicht durch“, so Riedl. Zudem drohten Mangelerscheinungen, da wichtige Nährstoffe aus Kohlenhydratquellen wie Vollkornprodukten oder Obst fehlen. Auch die Leber und Nieren würden durch die hohe Fett- und Eiweißzufuhr stark belastet.
Keto-Kapseln: Nutzlos und teuer
Besonders kritisch sieht der Mediziner die im Handel erhältlichen Keto-Kapseln. Diese Nahrungsergänzungsmittel versprechen, die Ketose zu beschleunigen, seien aber wissenschaftlich nicht belegt. „Da kann man auch Chips essen“, sagt Riedl und warnt vor unnötigen Ausgaben. Statt auf Wundermittel zu setzen, empfiehlt er eine ausgewogene Ernährung mit moderatem Kaloriendefizit.
Fazit: Vorsicht vor der Keto-Welle
Die ketogene Ernährung mag bei bestimmten Erkrankungen unter ärztlicher Aufsicht sinnvoll sein, doch als allgemeine Diät zum Abnehmen ist sie nach Ansicht von Dr. Riedl ungeeignet. Interessierte sollten sich vor Beginn unbedingt von einem Ernährungsmediziner beraten lassen, um Risiken zu vermeiden.



