Kühlschrank bei Hitze: Runterdrehen oder nicht? Tipps von TÜV und Öko-Test
Kühlschrank bei Hitze: Runterdrehen oder nicht?

Bei sommerlichen Temperaturen über 30 Grad kämpfen Kühlschränke um die Kühlung. Viele Verbraucher fragen sich, ob sie die Temperatur runterdrehen sollten, um Lebensmittel frisch zu halten. Die Antwort ist nicht pauschal: TÜV Rheinland und Öko-Test haben unterschiedliche Ansichten.

TÜV Rheinland empfiehlt 2 Grad bei Hitzewelle

Der TÜV Rheinland rät seit Jahren, den Kühlschrank während einer Hitzewelle auf etwa 2 Grad Celsius einzustellen. Dadurch gleiche das Gerät Temperaturschwankungen besser aus, die durch häufiges Öffnen der Tür oder warme Umgebung entstehen. Zudem sollten bei großer Hitze auch geöffnete Soßen, Marmeladen und Säfte in den Kühlschrank – nicht nur leicht verderbliche Ware.

Doch Öko-Test widerspricht: Moderne Kühlschränke passen sich automatisch an höhere Außentemperaturen an. Das koste zwar mehr Strom, aber die Innentemperatur bleibe stabil. Wer auf Nummer sicher gehen wolle, könne die Temperatur um eine halbe Stufe oder etwa ein Grad senken – mehr sei nicht nötig.

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Innentemperatur messen: Das A und O

Wichtiger als die Einstellung am Regler ist die tatsächliche Temperatur im Kühlschrank. Ein Kühlschrankthermometer hilft, diese zu überprüfen. Ideal sind im mittleren Bereich 4 bis 7 Grad Celsius. Fleisch und Fisch gehören auf die unterste Glasplatte – dort ist es am kältesten. Die 20-Minuten-Regel zeigt, wie schnell Keime bei Zimmertemperatur wachsen: Bereits nach 20 Minuten vermehren sie sich drastisch.

Probleme erkennen und vermeiden

Kühlt das Gerät nicht mehr richtig, wird es gefährlich. Vor allem alte Kühlschränke kommen bei Hitze schnell an ihre Grenzen. Experten raten, zuerst die Innentemperatur zu messen, bevor man den Regler kälter stellt. Auch der Standort ist entscheidend: Direkte Sonneneinstrahlung oder die Nähe zum Herd erhöhen den Stromverbrauch und mindern die Kühlleistung.

Lebensmittel in Gefahr: Kühlkette einhalten

Je wärmer Lebensmittel werden, desto schneller vermehren sich Bakterien. Die Kühlkette darf daher auch beim Einkauf nicht unterbrochen werden. Kühl- oder Isoliertaschen bringen die Waren sicher nach Hause. Das gilt besonders für Fleisch, Fisch, Milchprodukte und Eier.

Mehr Stromverbrauch durch kältere Einstellung

Wer den Kühlschrank kälter stellt, lässt den Kompressor länger laufen – der Stromverbrauch steigt. Wie stark, hängt vom Alter des Geräts, der Energieeffizienzklasse, der Umgebungstemperatur und der Häufigkeit des Türöffnens ab. Moderne Geräte der Klasse A+++ sind effizienter, aber auch sie verbrauchen mehr, wenn sie stärker kühlen müssen.

Fazit: Keine pauschale Empfehlung

Die pauschale Empfehlung „auf 2 Grad stellen“ greift zu kurz. Bei modernen Kühlschränken ist sie meist unnötig, da diese automatisch nachregeln. Besser: Die Innentemperatur mit einem Thermometer kontrollieren, die Kühlkette einhalten und den Kühlschrank nicht unnötig belasten – etwa durch häufiges Öffnen oder falsche Beladung. So bleiben Lebensmittel auch im Sommer frisch, ohne dass die Stromrechnung explodiert.

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