Moonshot K3: China-KI fordert US-Riesen mit 2,8 Billionen Parametern heraus
Moonshot K3: China-KI mit 2,8 Billionen Parametern

Knapp eineinhalb Jahre nach dem sogenannten DeepSeek-Schock wagt ein weiteres chinesisches Start-up den Angriff auf die Vorherrschaft westlicher KI-Entwickler. Das in Peking ansässige Unternehmen Moonshot präsentierte am Freitag sein neues Modell „Kimi K3“ und beansprucht damit einen Platz an der Spitze der Zukunftstechnologie. Laut Moonshot ist das Modell den modernsten Konkurrenzprodukten aus den USA zumindest ebenbürtig – eine Ankündigung, die an den chinesischen Börsen für Turbulenzen sorgte.

Ausverkauf bei chinesischen KI-Aktien

Die Vorstellung von Kimi K3 löste bei einigen börsennotierten chinesischen KI-Entwicklern einen Ausverkauf aus. Die in Hongkong notierten Aktien von Z.ai und Minimax brachen um bis zu 28 Prozent ein. Anleger scheinen zu befürchten, dass Moonshot mit seinem neuen Modell den heimischen Markt dominieren könnte. Moonshot selbst gibt sich selbstbewusst: Die Leistungsfähigkeit von Kimi K3 entspreche der von Anthropics Modell „Fable 5“, teilte das Start-up mit. Die neuesten OpenAI-Modelle „GPT-5.5“ und „GPT-5.6 Sol“ hätten Kimi K3 allerdings deutlich übertroffen.

Tests bestätigen starke Leistung

In Tests von Drittfirmen schnitt die KI ebenfalls stark ab. Für die US-Testfirma Vals AI rangiert Kimi K3 zwischen Anthropics Fable 5 und OpenAIs GPT-5.6 Sol. Nach Einschätzung des Analysehauses Artificial Analysis kann Kimi vor allem bei komplexen Aufgaben mit modernen westlichen Produkten mithalten. Arena AI zufolge ist Kimi K3 bei der Programmierung von Webseiten sogar die weltweite Nummer eins. Diese Ergebnisse unterstreichen den technologischen Fortschritt, den chinesische KI-Entwickler in den letzten Jahren erzielt haben.

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Rekordgröße bei Open-Weight-Modellen

Kimi K3 wurde den Angaben zufolge mit 2,8 Billionen Parametern trainiert. Damit sei es das bislang größte sogenannte „Open Weight“-Modell. Bei dieser KI-Variante sind die Trainingsparameter frei einsehbar, während Programmcode und andere Informationen im Gegensatz zu „Open Source“ meist vertraulich bleiben. Die schiere Größe des Modells deutet auf enorme Rechenleistung und Datenmengen hin, die in das Training geflossen sind. Moonshot positioniert sich damit als ernstzunehmender Konkurrent im globalen KI-Wettlauf.

Auswirkungen auf den Wettbewerb

Der Markteintritt von Kimi K3 zeigt, dass chinesische KI-Unternehmen trotz US-Exportbeschränkungen für Hochleistungschips weiterhin innovative Modelle entwickeln können. Der DeepSeek-Schock von Anfang 2025 hatte bereits gezeigt, dass chinesische KI mit westlichen Spitzenmodellen mithalten kann. Nun legt Moonshot mit einem noch leistungsfähigeren Modell nach. Analysten erwarten, dass der Wettbewerb zwischen chinesischen und US-amerikanischen KI-Entwicklern in den kommenden Monaten weiter an Intensität zunehmen wird. Ob Kimi K3 tatsächlich den Durchbruch schafft, wird sich in der Praxis zeigen müssen – die ersten Testergebnisse sind jedoch vielversprechend.

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