In Landsberg am Lech startet ein neues Projekt mit dem Titel „Gemeinsam stark in Bewegung“. Ziel ist es, Menschen aller Altersgruppen durch gemeinsame sportliche Aktivitäten zusammenzubringen und die Gesundheit zu fördern. Das Projekt wird von der Stadt Landsberg in Kooperation mit örtlichen Vereinen und der Gesundheitsregion plus initiiert.
Was steckt hinter dem Projekt?
Das Projekt „Gemeinsam stark in Bewegung“ setzt auf niedrigschwellige Bewegungsangebote, die ohne Anmeldung und kostenlos besucht werden können. Geplant sind wöchentliche Treffen in verschiedenen Stadtteilen, bei denen Spaziergänge, leichte Gymnastik und Spiele im Fokus stehen. Die Angebote richten sich ausdrücklich an alle Generationen – von Kindern bis zu Senioren.
Laut der Stadt Landsberg soll das Projekt die soziale Teilhabe stärken und Einsamkeit im Alter entgegenwirken. Gleichzeitig werden Kinder und Jugendliche zu mehr Bewegung im Alltag motiviert. Die Auftaktveranstaltung findet am kommenden Samstag auf dem Rathausplatz statt, bei der sich Interessierte über die genauen Termine und Orte informieren können.
Hintergrund: Bewegungsmangel in Deutschland
Hintergrund des Projekts ist der anhaltende Trend zu Bewegungsmangel in der Bevölkerung. Laut einer Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erreichen nur etwa 20 Prozent der Erwachsenen in Deutschland die empfohlenen 150 Minuten moderate Bewegung pro Woche. Bei Kindern und Jugendlichen sieht es nicht besser aus: Nur rund 25 Prozent der Mädchen und Jungen erreichen die WHO-Empfehlung von mindestens 60 Minuten körperlicher Aktivität täglich.
Die Stadt Landsberg reagiert damit auf diese gesellschaftliche Herausforderung. „Wir wollen mit diesem Projekt einen Beitrag dazu leisten, dass sich die Menschen in unserer Stadt mehr bewegen und dabei auch soziale Kontakte knüpfen“, sagt Oberbürgermeisterin Doris Baumgartl. „Gerade nach den Einschränkungen der letzten Jahre ist es wichtig, wieder gemeinsame Aktivitäten zu schaffen.“
Angebote im Detail
Das Programm umfasst drei Säulen: wöchentliche geführte Spaziergänge, ein offenes Bewegungsangebot mit Übungen zur Kräftigung und Mobilisation sowie generationenübergreifende Spieltreffen. Die Spaziergänge werden von geschulten Ehrenamtlichen begleitet und dauern etwa 60 Minuten. Die Bewegungsstunden finden in Turnhallen oder auf Sportplätzen statt und werden von qualifizierten Übungsleitern angeleitet.
Die Spieltreffen sind bewusst niedrigschwellig angelegt: Es geht nicht um Leistung, sondern um Spaß und Begegnung. Klassiker wie Federball, Wikingerschach oder einfache Laufspiele stehen auf dem Programm. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Wer regelmäßig teilnimmt, kann ein Bewegungstagebuch führen und am Ende des Jahres eine kleine Anerkennung erhalten.
Kooperation mit lokalen Akteuren
Das Projekt wird von der Gesundheitsregion plus Landsberg koordiniert, einem Zusammenschluss von Akteuren aus Gesundheitswesen, Sport und Sozialwesen. Beteiligt sind unter anderem der TSV Landsberg, der ADFC, die Volkshochschule und mehrere Senioreneinrichtungen. „Wir bündeln unsere Kräfte, um ein vielfältiges Angebot zu schaffen, das wirklich alle anspricht“, erklärt Projektleiterin Sabine Mayer.
Die Finanzierung erfolgt über Mittel des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege sowie über Spenden lokaler Unternehmen. Insgesamt stehen für das erste Jahr rund 50.000 Euro zur Verfügung. Damit sollen auch kleine Anschaffungen wie Bälle, Matten und Lautsprecher finanziert werden.
Positive Resonanz aus der Bevölkerung
Bereits vor dem offiziellen Start haben sich zahlreiche Interessierte gemeldet. In einer Online-Umfrage der Stadt sprachen sich über 70 Prozent der Teilnehmer für ein solches Angebot aus. Besonders gefragt sind die Spaziergänge in den Stadtparks und entlang des Lechs. „Ich freue mich auf die Spaziergänge, weil ich dabei andere Leute kennenlernen kann“, sagt die 72-jährige Rentnerin Helga Schneider.
Auch Familien mit Kindern sehen das Angebot positiv. „Meine Kinder sind viel zu oft am Handy. Da ist es gut, wenn es ein kostenloses Angebot in der Nähe gibt“, meint der zweifache Vater Thomas Reiter. Die Stadtverwaltung hofft, dass das Projekt langfristig zu einem festen Bestandteil des städtischen Lebens wird und über das Jahr 2025 hinaus fortgeführt werden kann.
Ausblick: Erweiterung geplant
Für die Zukunft sind weitere Bausteine geplant: So sollen spezielle Angebote für Menschen mit Behinderung und für Geflüchtete geschaffen werden. Auch eine Kooperation mit Schulen ist angedacht, um Bewegungsangebote in den Unterricht zu integrieren. „Wir sehen das Projekt als Startschuss für eine nachhaltige Bewegungsförderung in Landsberg“, so Mayer.
Interessierte Bürger können sich auf der städtischen Website über die aktuellen Termine informieren oder direkt bei der Gesundheitsregion plus melden. Die Auftaktveranstaltung am Samstag bietet zudem die Möglichkeit, mit den Organisatoren ins Gespräch zu kommen und erste Eindrücke zu sammeln. Der Eintritt ist frei, bei schlechtem Wetter findet die Veranstaltung in der örtlichen Turnhalle statt.



