Manchmal macht ein kleines Wort den Unterschied. Ein „Bitte“ oder „Danke“ verwandelt eine unangenehme Unterhaltung in einen höflichen Austausch. Und das Vertauschen von „Merz leck“ mit „Mehrzweck“ sorgt dafür, dass eine Beleidigung gegen den Kanzler nicht mehr strafbar ist. Auch bei Rezepten lohnt es sich, auf kleine Worte zu achten. Zwischen „Sesamöl“ und „geröstetem Sesamöl“ liegen Welten. Oder zwischen „Tomaten“ und „reifen Tomaten“ – das musste ich selbst schon oft erfahren.
Die Qualität der Tomaten ist entscheidend
Nur weil Tomaten schön aussehen, sind sie noch lange nicht reif. Bedenkt man die lange Zeit zwischen Ernte und Verkauf, den ruckeligen Transport in Lastwagen und das Herumgeschubstwerden in großen Kisten, dann ergibt das Sinn. Viele Obst- und Gemüsesorten werden zunehmend auf Optik gezüchtet, zulasten des Geschmacks. Verbraucher greifen instinktiv zu Exemplaren ohne Beulen oder Flecken. Doch zu Hause schmeckt das Gekaufte dann oft nach Wasser. Oder die in Plastik verpackten Tomaten sind hart wie Stein. Vertrauen Sie mir: Die beiden Rezepte schmecken am besten mit reifen, weichen, süß-saftigen Tomaten. Am allerbesten mit selbst angebauten. Wer keine im Garten oder auf dem Balkon hat, achtet im Supermarkt auf tiefrote Farbe und starken Tomatengeruch an der Rispe. Je trockener die Rispe, desto länger ist die Tomate von der Pflanze getrennt. Für unsere Zwecke ist das eher gut, wir wollen weiche Tomaten. An lose verkauftem Gemüse lässt sich das leichter überprüfen als an Plastikcontainern. Persönlich habe ich mit Cherrytomaten die verlässlichsten Erfahrungen gemacht.
Rezept 1: Sa costedda – sardischer Landhausmix
Sa costedda ist ein uriger Landhausmix aus Focaccia und Tomatenkuchen, wie er auf Sardinien gern gegessen wird. Für dieses Rezept sollten Sie Back- und Gehzeit einplanen. Es ist herzhaft und aromatisch, perfekt für ein günstiges Mittagessen.
Rezept 2: Pan con Tomate – spanisches Tomatenbrot
Pan con Tomate, auch Pa amb tomàquet genannt, ist der spanische Bruder der Bruschetta. Ein Tomatenbrot für jede Tageszeit, lange als Arme-Leute-Essen verschrien, heute beliebt auf teuren Tapas-Abenden. Dieses Rezept braucht nur so lange, wie Sie benötigen, um Brot zu toasten. Oder so lange, wie Sie warten müssen, bis Ihre Tomaten reif sind.
Sommerpause und weitere Rezepte
Diese Kolumne geht nun in die Sommerpause. Wir lesen uns ab dem Herbst wieder. Suchen Sie bis dahin mehr Rezepte, die wenig Geld kosten? Folgen Sie mir auf Instagram oder checken Sie die Übersicht aller Rezepte von „Kochen ohne Kohle“. Haben Sie Anmerkungen, Lob, Kritik oder Fragen? Schreiben Sie mir gern.



