Sparkassen zahlen oft nur 0,4 Prozent Zinsen auf Tagesgeld
Sparkassen zahlen oft nur 0,4 Prozent Zinsen

Sparkassen und Volksbanken zahlen weiterhin niedrige Tagesgeldzinsen

Eine aktuelle Analyse des Finanzportals Biallo zeigt, dass Sparer bei Sparkassen und Volksbanken oft deutlich weniger Zinsen für ihr Tagesgeld erhalten als bei überregionalen Banken oder Direktbanken. Während die Europäische Zentralbank (EZB) eine weitere Leitzinserhöhung für diesen Donnerstag erwartet, profitieren viele Kunden noch nicht von besseren Konditionen.

Durchschnittliche Zinsen im Vergleich

Im Verbundsektor, also bei 594 untersuchten Sparkassen und Volksbanken, liegt der unbefristete Tagesgeldzins im Schnitt bei lediglich 0,4 Prozent. Im Gegensatz dazu zahlen überregionale Banken und Direktbanken durchschnittlich 1,0 Prozent – mehr als das Doppelte. Besonders alarmierend: 81 Prozent der Sparkassen und 73 Prozent der Volksbanken gewähren höchstens 0,5 Prozent Zinsen. Die schlechtesten Konditionen liegen bei 0,001 Prozent, was bei einer Anlage von 10.000 Euro nur 10 Cent Zinsen pro Jahr bedeutet.

EZB-Leitzinserhöhung kaum weitergegeben

Biallo berichtet, dass nur ein Bruchteil der fast 700 betrachteten Institute in den vergangenen 20 Tagen die Tagesgeldzinsen angepasst hat. Die erwartete Leitzinserhöhung der EZB wurde bisher fast ausschließlich von Direktbanken eingepreist, die befristete Angebote für Neukunden geschaffen haben. Samuel Biallowons, Geschäftsführer von Biallo, erklärt: „Wer auf den EZB-Entscheid hofft, wartet bei der eigenen Hausbank vergeblich.“

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Inflation frisst Ersparnisse auf

Trotz einer gesunkenen Inflationsrate von 2,6 Prozent im Mai verlieren Sparer mit Tagesgeld in der Regel Geld. Der höchste dauerhafte Tagesgeldzins bei Volksbanken liegt bei 1,55 Prozent, bei Sparkassen bei 1,86 Prozent. Bei einem Durchschnittszins von 0,4 Prozent und 10.000 Euro Anlagesumme ergibt sich ein jährlicher Kaufkraftverlust von 214 Euro. Überregionale Banken und Direktbanken bieten dagegen Spitzenzinsen von bis zu 2,6 Prozent, allerdings ohne die Kosten eines teuren Filialnetzes.

Wettbewerb um Sparer verschärft sich

In Erwartung weiterer Leitzinserhöhungen haben sich die Konditionen für Neukunden verbessert. Die US-Bank JPMorgan Chase lockt mit 4 Prozent Zinsen für vier Monate, die Deutsche-Bank-Tochter Norisbank bietet sogar 4 Prozent für sechs Monate. Laut dem Geldratgeber Finanztip liegen die befristeten Tagesgeldzinsen für Neukunden im Schnitt bei 3,62 Prozent. Timo Halbe, Geldanlage-Experte bei Finanztip, betont: „Wenn die EZB jetzt den Leitzins erhöht, steigt der Druck auf Banken, auch ihren Bestandskunden wieder mehr zu bieten.“ Er rät, auf Angebote mit guten Standardzinsen zu achten, auch wenn diese die Inflation derzeit nicht schlagen.

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