Die Kraftstoffpreise an den deutschen Tankstellen steigen weiter. Nach dem Auslaufen des staatlichen Tankrabatts Ende Juni hat sich der Aufwärtstrend deutlich fortgesetzt. Der ADAC gab am Mittwoch in München bekannt, dass vor allem Diesel im Vergleich zur Vorwoche stark zugelegt hat und um fast zehn Cent pro Liter teurer wurde.
Diesel und Super E10 im Preisvergleich
Ein Liter Diesel kostet im bundesweiten Mittel 2,168 Euro – das sind 9,8 Cent mehr als in der Vorwoche. Der Preis für Super E10 stieg um 6,3 Cent auf aktuell 2,146 Euro je Liter. Hauptgrund für die „weitere sehr deutliche Verteuerung“ ist nach Angaben des ADAC der durch den Iran-Krieg bedingte Anstieg des Rohölpreises.
Allerdings ließen sich die aktuellen Kraftstoffpreise „nicht allein durch die Entwicklung von Ölpreis und Wechselkurs“ erklären, so der Automobilclub. Der ADAC forderte daher das Bundeskartellamt auf, die Marktverhältnisse kritisch zu überwachen und mögliche Wettbewerbsprobleme im Raffinerie- und Großhandelsbereich aufzudecken.
Hintergrund: Tankrabatt und Iran-Krieg
Bereits in den vergangenen Wochen hatten sich die Spritpreise deutlich nach oben bewegt, insbesondere wegen der erneuten Eskalation am Persischen Golf. Zudem lief der sogenannte Tankrabatt Ende Juni aus. Mit diesem hatte die Bundesregierung Anfang Mai die Steuern auf Benzin und Diesel als befristete Maßnahme um insgesamt knapp 17 Cent je Liter gesenkt.
Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) erklärte, die Bundesregierung plane derzeit keine neuen Maßnahmen. Sie verwies auf die knappe Haushaltslage: „Wir haben mit der Spritpreisbremse ein sehr, sehr teures Instrument eingesetzt. Das hat uns viele Milliarden Euro gekostet“, sagte sie den Sendern RTL und ntv. „Diese sind momentan im Bundeshaushalt auch nicht zur Verfügung.“
Auswirkungen auf Verbraucher und Wirtschaft
Die steigenden Spritpreise belasten Autofahrer und die Wirtschaft. Der ADAC betonte, dass die aktuellen Preise nicht allein durch den Rohölpreis zu erklären seien. Eine kritische Überwachung durch das Bundeskartellamt sei notwendig, um Wettbewerbsverzerrungen zu verhindern. Die Regierung sieht derzeit jedoch keinen Handlungsspielraum für weitere Entlastungen.



