Fünf Jahre nach der verheerenden Flutkatastrophe kämpft Texas erneut mit schweren Überschwemmungen. Nach heftigen Regenfällen verschärfte sich die Lage in Teilen des US-Bundesstaats drastisch. Besonders betroffen ist die Region Texas Hill rund um die Stadt Kerrville. Dort retteten Einsatzkräfte in der Nacht zum Donnerstag zahlreiche Menschen aus den Wassermassen. Die Behörden forderten die Anwohner auf, sich in die oberen Stockwerke ihrer Häuser zu begeben oder sofort höher gelegenes Gelände aufzusuchen.
Lage in Uvalde kritisch – Straßen überflutet
Im Landkreis Uvalde verschärfte sich die Hochwassersituation ebenfalls. Nach Angaben der Katastrophenschutzbehörde wurden mehrere Straßen überflutet oder komplett gesperrt. Die Einwohner wurden aufgefordert, ihre Häuser nicht zu verlassen. In der Stadt Uvalde war die Lage zeitweise so kritisch, dass die Stadt weder mit dem Auto noch zu Fuß erreichbar war. Rettungskräfte waren die gesamte Nacht im Einsatz und befreiten mehrere Menschen aus eingeschlossenen Fahrzeugen. Boote kamen bereits zum Einsatz, mit Tagesanbruch sollten außerdem Hubschrauber die Hilfsmaßnahmen unterstützen. Nach Angaben der Behörden lagen zunächst keine Berichte über Tote oder Verletzte infolge der aktuellen Überschwemmungen vor.
Rekordniederschläge und Tornadowarnungen
Der Nationale Wetterdienst warnte eindringlich vor einer lebensgefährlichen Flutwelle. Binnen nur zwei Stunden fielen in Teilen der Region rund 200 Liter Regen pro Quadratmeter. Insgesamt kamen innerhalb von zwei Tagen örtlich 250 bis 500 Liter pro Quadratmeter zusammen. Besonders drastisch entwickelte sich die Lage an einem Fluss nahe Kerrville. Dort stieg der Pegel innerhalb von nur vier Stunden um 9,70 Meter. Meteorologen warnten die Bevölkerung eindringlich: „Begeben Sie sich sofort in höheres Gelände.“ Zusätzlich wurden für Teile der Region Tornadowarnungen ausgegeben.
Erinnerungen an die Flutkatastrophe 2025
Die aktuellen Überschwemmungen wecken Erinnerungen an die verheerende Hochwasserkatastrophe vom 4. Juli 2025. Damals trat derselbe Fluss über die Ufer und löste eine der schlimmsten Naturkatastrophen in der Geschichte der Region aus. Besonders tragisch war das Unglück in einem Ferienlager, in dem zahlreiche Kinder und Betreuer ums Leben kamen. Insgesamt starben damals mehr als 100 Menschen. Nach Einschätzung des Nationalen Wetterdienstes könnte der Wasserstand nun erneut ein ähnliches Niveau erreichen. Deshalb bleiben die Rettungskräfte in höchster Alarmbereitschaft, während weitere Regenfälle angekündigt sind.



