US-Präsident Donald Trump hat neue Zolldrohungen gegen ausländische Generikahersteller ausgesprochen. Er kündigte an, ab Sommer 2028 zunächst für ein Jahr einen Zollsatz von 100 Prozent auf Generika zu erheben, der anschließend auf 200 Prozent steigen soll. Das berichtet Helena Smolak in einem Kommentar.
Bekanntes Muster: Drohungen als Verhandlungstaktik
Das Vorgehen folgt einem vertrauten Schema: Der US-Präsident äußert apokalyptisch anmutende Drohungen, um sich eine bessere Verhandlungsposition zu verschaffen. So auch im Fall der Generikahersteller. Trump will mit den Zöllen die Versorgungssicherheit erhöhen, Arbeitsplätze schaffen und Investitionen in den USA fördern. Zugleich nutzt er das Thema niedrigerer Medikamentenpreise für den Wahlkampf vor den Kongresswahlen 2026.
Drohung könnte kontraproduktiv wirken
Doch die Rechnung dürfte nicht aufgehen: Statt niedrigerer Preise drohen höhere Kosten für US-Patienten, weniger Anbieter und eine stärkere Abhängigkeit von wenigen Produzenten. Die Generikabranche arbeitet mit niedrigen Margen – anders als Markenpharmaprodukte. Die zusätzliche Zollbelastung könnte die Wirtschaftlichkeit vieler Generika beeinträchtigen und so zu höheren Preisen und geringerer Verfügbarkeit führen.
Trump hatte Generika bisher von Zöllen ausgenommen
Aus gutem Grund hatte Trump Generika bislang von Zöllen ausgenommen. Er weiß, dass Zölle die Lieferketten für unverzichtbare Arzneimittel gefährden würden. Genau deshalb ist ein Preisdeal der wahrscheinlichste Ausgang. So wie die US-Regierung bereits mit der Pharmaindustrie Vereinbarungen ausgehandelt hat, dürfte sie auch hier auf Zusagen zu Investitionen und Preisen setzen – gegen einen Verzicht auf Zölle.



