Burnhams außenpolitische Leerstelle
Der neue britische Premierminister Andy Burnham hat sich bislang nicht mit außenpolitischer Expertise hervorgetan. Konflikte wie der Gaza-Krieg, der Ukraine-Krieg und die mögliche Rückkehr Donald Trumps ins Weiße Haus stellen seine Regierung vor immense Herausforderungen. Burnhams Plan: Er will die Außenpolitik weitgehend einem erfahrenen Minister überlassen – Ed Miliband. Doch diese Strategie gilt als riskant, wie eine Analyse des SPIEGEL zeigt.
Miliband als außenpolitischer Strohmann
Ed Miliband, ehemaliger Labour-Chef und nun Außenminister, soll die schwierigen Dossiers übernehmen. Burnham selbst konzentriert sich lieber auf Innenpolitik. Kritiker bezweifeln jedoch, dass Miliband die nötige Durchsetzungskraft besitzt. „Es ist naiv zu glauben, man könne Außenpolitik einfach delegieren“, zitiert der SPIEGEL einen nicht genannten Diplomaten. „Die Welt schaut auf den Premier, nicht auf seinen Minister.“
Die drängendsten Krisenherde
Besonders brisant: die Lage in Gaza, wo ein Waffenstillstand brüchig ist, und der Ukraine-Krieg, der neue Eskalationsstufen erreicht hat. Hinzu kommen die unberechenbare US-Politik unter Trump und die Spannungen mit China. Ohne klare außenpolitische Linie droht Großbritannien an Einfluss zu verlieren. „Burnham muss sich schnell einarbeiten, sonst wird er zum Spielball der Ereignisse“, warnt ein außenpolitischer Experte.
Historische Parallelen und Risiken
Der Versuch, Außenpolitik zu delegieren, erinnert an frühere Premiers, die damit scheiterten. Tony Blair etwa mischte sich stark ein, Gordon Brown zögerte. Burnhams Ansatz könnte nach hinten losgehen, wenn Miliband nicht die nötige Autorität ausstrahlt. „Miliband ist ein guter Redner, aber kein Stratege“, so ein Labour-Insider. Die kommenden Monate werden zeigen, ob der Plan aufgeht oder ob Burnham selbst eingreifen muss.



