Iran kündigt Vergeltung für US-Angriffe an
Die iranische Führung hat im Fall von US-Angriffen auf Irans Infrastruktur mit massiver Vergeltung gedroht. „Unsere Verteidigungsrichtlinie ist klar: Auge um Auge“, erklärte Irans Außenminister Abbas Araghtschi auf X. Jeder Angriff auf den Iran, einschließlich seiner Infrastruktur, werde „eine kraftvolle und entschlossene Reaktion nach sich ziehen“. Der staatliche Rundfunk zitierte zudem die Armee der Islamischen Republik mit den Worten, dass die Drohungen der USA „keine andere Folge haben werden als die Ausweitung des Kriegs“.
Trumps neue Strategie: Vergeltung für Schiffsangriffe
US-Präsident Donald Trump hatte am Dienstag neue massive Angriffe auf den Iran angekündigt. Die USA seien mit Teheran „noch lange nicht fertig“, sagte er in Washington. Am Mittwoch drohte er erneut mit Angriffen auf die zivile Infrastruktur des Iran. „Jedes Mal, wenn die Islamische Republik Iran in der Straße von Hormus auf ein Schiff schießt (...), werden die Vereinigten Staaten eine Brücke oder ein Kraftwerk bombardieren und zerstören“, schrieb er in Onlinediensten. Die US-Armee werde dabei auch Ziele „nahe oder in der Hauptstadt Teheran“ ins Visier nehmen.
Hintergrund der Eskalation
Die US-Armee hatte zuvor die elfte Nacht in Folge Ziele im Iran angegriffen, darunter offenbar auch erstmals wieder Teheran. Der Iran reagierte mit Angriffen auf Länder in der Region. Zur Begründung für die neuerlichen Attacken verwies die US-Armee darauf, dass der Iran in den vergangenen drei Monaten mehr als 30 Handelsschiffe in der Straße von Hormus angegriffen habe. Die Meerenge ist einer der Hauptstreitpunkte zwischen Washington und Teheran. Der Iran hält die für den weltweiten Öl- und Flüssiggas-Handel immens wichtige Meerenge inzwischen wieder de facto geschlossen. Die USA verhängten im Gegenzug erneut eine Blockade iranischer Häfen.
Auswirkungen auf die Region
Die gegenseitigen Drohungen und Angriffe verschärfen die Spannungen im Nahen Osten weiter. Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Wasserstraßen der Welt; rund ein Fünftel des globalen Ölverbrauchs wird durch sie transportiert. Eine anhaltende Blockade könnte die Weltwirtschaft schwer treffen. Analysten befürchten eine unkontrollierte Eskalation, bei der auch andere Länder in den Konflikt hineingezogen werden könnten.



