Verdi ruft zu Warnstreik auf
Die Gewerkschaft Verdi hat für heute einen ganztägigen Warnstreik im Einzel- und Großhandel angekündigt. Betroffen sind vor allem Berlin sowie Teile Brandenburgs. Der Streik soll von frühmorgens bis in den Abend andauern. Verdi erwartet, dass viele Beschäftigte ihre Arbeit niederlegen werden.
Hintergrund der Tarifverhandlungen
Die Tarifverhandlungen für den Einzelhandel in Berlin und Brandenburg waren am Montag ohne Einigung beendet worden. Verdi kritisiert das Angebot der Arbeitgeberseite als unzureichend. Es würde für viele Beschäftigte deutliche Reallohnverluste bedeuten, so die Gewerkschaft. Eine Demonstration ist um 11:30 Uhr auf dem Wittenbergplatz geplant.
Brandenburg nur teilweise betroffen
Da die Friedenspflicht für den Einzelhandel in Brandenburg erst am 30. Juni 2026 endet, sind dort nur die Großhandelsbeschäftigten zum Streik aufgerufen. Im Einzelhandel Brandenburgs gilt weiterhin Friedenspflicht.
Bundesweite Streikwelle
Bereits seit Donnerstag gibt es in zahlreichen anderen Städten und Bundesländern Warnstreiks im Einzelhandel sowie im Groß- und Außenhandel. In einigen Bundesländern hatten die Arbeitgeber zuletzt Angebote vorgelegt, die Verdi jedoch zurückwies. Die Gewerkschaft fordert sieben Prozent mehr Lohn, mindestens 225 Euro mehr pro Monat, bei einer Laufzeit von zwölf Monaten.
Auswirkungen für Kunden
Der Handelsverband Deutschland (HDE) erwartet keine spürbaren Auswirkungen für die Kunden. Die Unternehmen seien gut vorbereitet und die internen Abläufe eingespielt, hieß es. Der HDE hatte zuvor betont, dass wegen schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen kaum Spielraum für Lohnerhöhungen bestehe. Verdi hingegen argumentiert, dass die großen Handelskonzerne wirtschaftlich hervorragend dastehen und die Beschäftigten nicht mit Lohnverlusten abgespeist werden sollten.



