Die verheerenden Waldbrände in Südeuropa haben nun auch deutsche Urlauber direkt getroffen. In Frankreich, Spanien und Italien kämpfen Feuerwehrleute gegen die Flammen, die bereits mehrere Campingplätze, Hotels und Ortschaften zur Evakuierung gezwungen haben. Besonders betroffen ist die französische Atlantikküste, wo die Familie Küffner aus Deutschland ihren Urlaub abrupt abbrechen musste.
Nächtliche Flucht vom Campingplatz
„Morgens um drei klopfte die Gendarmerie an“, berichtete Anna Küffner der Nachrichtensender n-tv. Die Anweisung der Beamten war eindeutig: Kinder und Hund schnell ins Auto packen, Dokumente einstecken und sofort losfahren. Der Campingplatz in Biscarosse, etwa 80 Kilometer von Bordeaux entfernt, lag in unmittelbarer Nähe eines Waldbrandes. „Wir konnten die Flammen mit eigenen Augen sehen“, ergänzte David Küffner. „Der gesamte Horizont war rot. Plötzlich ging alles rasend schnell.“ Die Familie gehört zu den Tausenden, die in dieser Sommerwoche ihre Ferienunterkunft verlassen mussten.
Ausmaß der Brände in Südeuropa
Nicht nur Frankreich, sondern auch Spanien und Italien leiden unter extremen Hitzewellen, die die Waldbrandgefahr massiv erhöhen. Nach Angaben der lokalen Behörden wurden in der Region Gironde, zu der Biscarosse gehört, bereits über 10.000 Hektar Wald zerstört. In Spanien sind vor allem die Regionen Katalonien und Aragonien betroffen, in Italien kämpfen Einsatzkräfte auf Sizilien und in Kalabrien gegen die Flammen. Die EU hat Unterstützung aus mehreren Mitgliedstaaten angefordert.
Was Urlauber jetzt wissen sollten
Reisende, die in die betroffenen Gebiete reisen wollen oder sich bereits dort aufhalten, sollten die lokalen Warnungen ernst nehmen. Der Deutsche Reiseverband (DRV) rät, sich vor Reiseantritt über die aktuelle Lage zu informieren und bei akuten Bränden den Anweisungen der Behörden unbedingt Folge zu leisten. Reisende, die ihre Reise stornieren müssen, sollten ihre Reiserücktrittsversicherung kontaktieren. Für Pauschalreisen gelten Sonderregelungen, wenn das Reisegebiet offiziell zum Krisengebiet erklärt wird.
Klimawandel als Brandbeschleuniger
Experten sehen einen direkten Zusammenhang zwischen den immer häufiger auftretenden Waldbränden und dem Klimawandel. „Die Hitzewellen werden intensiver und länger, was ideale Bedingungen für Brände schafft“, erklärte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes. Touristische Destinationen am Mittelmeer müssen sich auf eine Zunahme solcher Ereignisse einstellen.
Die Küffners haben ihren Urlaub inzwischen abgebrochen und sind auf dem Heimweg. „Wir sind froh, dass wir alle heil rausgekommen sind“, so Anna Küffner. Aber die Bilder der brennenden Pinienwälder werden ihnen noch lange im Gedächtnis bleiben.



