Rentner nach Angriff auf schlafende Ehefrau mit Schreckschusswaffe in U-Haft
Rentner nach Angriff auf schlafende Ehefrau mit Schreckschusswaffe in U-Haft

Wegen des mutmaßlichen Angriffs auf seine schlafende Ehefrau mit einer Schreckschusswaffe sitzt ein 78-jähriger Rentner aus Friesenheim im Ortenaukreis in Untersuchungshaft. Der Haftbefehl wegen versuchten Mordes wurde am Montagabend vom Ermittlungsrichter beim Amtsgericht Offenburg in Vollzug gesetzt, wie Polizei und Staatsanwaltschaft gemeinsam mitteilten. Der Senior wurde anschließend in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert.

Tatablauf und Verletzungen

Der Rentner soll seine 76-jährige Ehefrau in den frühen Morgenstunden des vergangenen Sonntags im Schlafzimmer ihres gemeinsamen Hauses angegriffen haben. Nach Angaben der Ermittler feuerte er aus kurzer Entfernung mit einer Schreckschusswaffe auf die schlafende Frau. Die Waffe war mit scharfer Munition bestückt, die jedoch nur Platzpatronen enthielt. Dennoch erlitt die Seniorin Verletzungen im Gesicht, die in einem Krankenhaus behandelt werden mussten. Sie befindet sich nach Polizeiangaben außer Lebensgefahr, aber noch in stationärer Behandlung.

Ermittlungen und Hintergründe

Die Kriminalpolizei Offenburg hat die Ermittlungen übernommen. Ein Spezialeinsatzkommando durchsuchte am Sonntag das Wohnhaus des Paares und stellte Beweismittel sicher. Die Staatsanwaltschaft prüft neben dem versuchten Mord auch mögliche Straftaten im Zusammenhang mit dem Waffenbesitz. Die Motive der Tat sind noch unklar. Nachbarn beschrieben das Ehepaar als unauffällig. Die Polizei bittet Zeugen, die Hinweise zum Tatgeschehen geben können, sich zu melden.

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Rechtliche Einordnung

Ein versuchter Mord wird nach deutschem Strafrecht mit einer Freiheitsstrafe von mindestens fünf Jahren bestraft. Die Schreckschusswaffe, auch als Platzpatronenwaffe bekannt, gilt als gefährliches Werkzeug, wenn sie zur Bedrohung oder Verletzung eingesetzt wird. In diesem Fall wird die kurze Distanz und die Wehrlosigkeit des Opfers als besonders schwerwiegend gewertet. Der Haftbefehl wurde aufgrund von Flucht- und Wiederholungsgefahr erlassen.

Reaktionen und Auswirkungen

Die Tat hat in der Gemeinde Friesenheim Bestürzung ausgelöst. Bürgermeister Erik Weide sprach von einer „tragischen Tat“, die die Nachbarschaft erschüttert habe. Die Opferhilfeorganisation Weißer Ring bietet Unterstützung an. Der Fall zeigt erneut die Gefahren von Schreckschusswaffen im häuslichen Umfeld. Nach einer Statistik des Bundeskriminalamts werden jährlich mehrere hundert Fälle von Gewalt mit Schreckschusswaffen registriert.

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