Viele Menschen pinkeln heimlich ins Schwimmbecken, doch was harmlos erscheint, kann laut Wissenschaftlern ernste gesundheitliche Folgen haben. Zwar tötet Chlor Bakterien ab, doch die Kombination mit Urin erzeugt gefährliche Nebenprodukte.
Chlor und Urin: Eine gefährliche Mischung
Forscher der China Agricultural University in Peking und der Purdue University in Indiana (USA) kamen zu dem Ergebnis, dass bei Kontakt von Chlor mit Harnsäure sogenannte flüchtige Desinfektionsnebenprodukte entstehen. Dazu gehört Trichloramin, das die Atemwege schädigen und Reizungen an Augen und Haut verursachen kann. Zudem entsteht Chlorcyan, ein Stoff, der in der Vergangenheit als chemischer Kampfstoff eingesetzt wurde. Die Mengen sind zwar gering, gelangen aber dennoch in den Körper.
Wie viel Urin landet im Pool?
Ein Video der American Chemical Society aus Washington zeigt, dass pro Person zwischen 30 und 80 Milliliter Urin in ein Schwimmbecken gelangen. Der typische Schwimmbadgeruch stammt übrigens nicht vom Chlor selbst, sondern von den Desinfektionsnebenprodukten, die durch Urin entstehen. Die Wissenschaftler appellieren daher: „Jetzt, da ihr Bescheid wisst, ist es eure Pflicht, die Toiletten zu benutzen und jedes Mal zu duschen, bevor ihr in den Pool geht!“
Im Meer ist Urin unbedenklich
Im Meer hingegen richten geringe Mengen Urin laut einer weiteren Studie der American Chemical Society keinen Schaden an. Der im Harnstoff enthaltene Stickstoff kann sogar das Wachstum von Wasserpflanzen fördern. Zudem geben Meerestiere täglich Urin ins Wasser ab – ein Wal scheidet bis zu 970 Liter pro Tag aus. Die Forscher betonen: „Wenn dadurch also kein Schaden angerichtet wird, dann richten Sie erst recht keinen an.“



