Vor der Fußball-Weltmeisterschaft warnen Experten vor einer Zunahme gefälschter Trikots. Der Markenverband rechnet mit einem deutlichen Anstieg des Angebots an Kopien, da die Nachfrage nach Fanartikeln rund um große Sportereignisse steigt. Julia Hentsch, Leiterin Rechts- und Verbraucherpolitik im Markenverband, erklärte: „Erfahrungsgemäß steigt damit auch das Angebot an Fälschungen signifikant an.“ Der genaue wirtschaftliche Schaden lasse sich jedoch nicht beziffern, da der Verkauf illegaler Ware nicht erfasst werde. „Der Markt spielt sich im Verborgenen ab“, so Hentsch.
Umfrage: Jeder Fünfte kaufte bereits ein gefälschtes Trikot
Eine repräsentative YouGov-Umfrage, die am 19. Mai durchgeführt wurde und rund 4.000 Menschen ab 18 Jahren umfasste, zeigt, dass fast jeder Fünfte (19 Prozent) in Deutschland bereits mindestens einmal ein Fußballtrikot erworben hat, bei dem es sich vermutlich um eine Fälschung handelte. Besonders betroffen ist die Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen, bei der der Anteil mit 31 Prozent am höchsten liegt. Die Käufe erfolgen häufig im Internet, auf Märkten oder in Geschäften in Urlaubsorten im Ausland.
Wirtschaftlicher Schaden durch gefälschte Sportartikel
Laut einer Schätzung des Amts der Europäischen Union für geistiges Eigentum (EUIPO) aus dem Jahr 2024 verursachen gefälschte Sportartikel in der Europäischen Union jährlich einen Schaden von rund 850 Millionen Euro. Dies entspricht etwa elf Prozent des Branchenumsatzes. Deutschland zählt laut der Auswertung zu den besonders stark betroffenen Ländern. Die Dunkelziffer dürfte jedoch deutlich höher liegen, da viele Fälschungen unentdeckt bleiben.
Der Markenverband rät Verbrauchern, beim Kauf von Fanartikeln auf die Seriosität der Verkaufsplattform zu achten und Angebote zu prüfen. „Wer ein Schnäppchen macht, sollte skeptisch sein“, betont Hentsch. Denn oft seien gefälschte Trikots von minderer Qualität und verstießen gegen Markenrechte.



