WMF Avantgarde im Test: Günstige Thermomix-Alternative mit Note 2,19
WMF Avantgarde: Thermomix-Alternative mit Note 2,19

Die WMF Avantgarde ist für den Preis von 999 Euro erhältlich und bringt alles mit, was man von einer modernen Küchenmaschine erwartet: Sie mixt, knetet, rührt, kocht, zerkleinert und dämpft. Im ausführlichen Praxistest von IMTEST, dem Verbraucherportal der FUNKE Mediengruppe, schaffte sie die Gesamtnote 2,19 (gut). Damit muss sie sich nur knapp dem Thermomix TM6 von Vorwerk geschlagen geben, der in der Gunst der Tester weiterhin ganz oben steht. Dennoch: Wer den stolzen Aufpreis für den Marktführer nicht zahlen möchte, findet in der Avantgarde eine durchaus gleichwertige Alternative.

Umfangreiches Zubehör für jeden Einsatzzweck

Der größte Trumpf der WMF Avantgarde gegenüber dem Thermomix ist der deutlich größere Rührtopf mit drei Litern Fassungsvermögen; der Thermomix TM6 kommt auf 2,2 Liter. Dazu gesellt sich ein Zubehörpaket, das keine Wünsche offen lässt. Im Lieferumfang enthalten sind:

  • Universalmesser zum Zerkleinern
  • Rühr-Aufsatz für flüssige Speisen
  • Mix-Aufsatz für sämige Texturen
  • Knetmesser für Teige
  • Dämpf-Aufsatz und Dampfgar-Einsatz
  • Reibe-Aufsatz für Käse und Gemüse
  • Backquirl für Sahne und Eiweiß

Ein weiteres Detail, das im Test positiv auffiel: Der Messer-Einsatz kann aus dem Rührtopf entfernt werden. Dadurch lässt sich die Maschine deutlich einfacher reinigen als ein Thermomix, bei dem das Messer fest verbaut ist.

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Rezeptbibliothek und Automatikprogramme

Die Avantgarde setzt auf Guided Cooking. Die Rezeptbibliothek umfasst mehr als 300 Gerichte, die über das Display der Maschine oder die dazugehörige App abgerufen werden können. Ein Filter erlaubt es, Rezepte anhand einzelner Zutaten auszuwählen – zum Beispiel für die Verwertung von Resten im Kühlschrank. 14 Automatikprogramme sorgen zudem für unkomplizierte Zubereitung von Risotto, Eintöpfen und anderen Klassikern. Temperatur und Garzeit werden automatisch gesteuert, am Ende meldet sich die Maschine mit einem akustischen Signal.

Einschränkung im Vergleich zum Thermomix: Die Anleitung erfolgt nur schriftlich, nicht mit Bildern oder Videos. Wer zusätzliche Funktionen wie Anleitungsvideos, Einkaufslisten und eine erweiterte Rezeptdatenbank freischalten möchte, muss laut IMTEST ein Jahresabonnement für etwa 40 Euro abschließen. Vorwerk verlangt für die Premium-Mitgliedschaft beim Thermomix 60 Euro – also 20 Euro mehr – bietet dafür aber auch einen größeren Funktionsumfang.

Praxistest: Nüsse, Sahne, Teig und Gulasch

Die Tester von IMTEST haben die WMF Avantgarde mit alltäglichen Aufgaben konfrontiert. Beim Mahlen von Mandeln enttäuschte die Maschine: Statt eines feinen Mehls blieben grobe Stücke zurück. Auch das Schlagen von Sahne misslang – die Avantgarde produzierte eine Flüssigkeit mit Stücken, keinen locker-leichten Schaum. In diesen Disziplinen hat der Thermomix die Nase vorn.

Deutlich besser lief der Test mit Mürbeteig. Die Küchenmaschine knetete den Teig problemlos und in kurzer Zeit zu einer homogenen Masse. Das Ergebnis überzeugte im Anschluss auch geschmacklich. Als dritte große Prüfung stand Gulasch auf dem Programm. Dabei zeigte sich die Avantgarde als zuverlässige Helferin: Das Fleisch schmort im Topf, das Gemüse muss allerdings von Hand geschnitten werden. Die Maschine übernimmt das Rühren und Kochen selbstständig, verhindert das Anbrennen und schaltet bei Bedarf automatisch ab. IMTEST bewertete das Gulasch als „gut“ – der Thermomix schnitt hier allerdings noch einen Tick besser ab.

Bedienung, Stromverbrauch und Fazit

In puncto Benutzerfreundlichkeit überzeugt die Avantgarde auf ganzer Linie. Die logische Führung durch die Rezepte macht die Zubereitung leicht, und weil das Gerät selbstständig rührt, bleibt Zeit für andere Aufgaben. Die maximale Leistungsaufnahme von 962 Watt ist für diese Geräteklasse vergleichsweise niedrig. Das spart Strom, hat aber einen Nachteil: Das Kochen von Wasser dauert sechs Minuten und elf Sekunden und damit recht lange. Vorteilhaft ist die Sparsamkeit vor allem bei kombinierten Aufgaben, die sonst mehrere Küchengeräte erfordern würden. Zudem hält sich der Reinigungsaufwand in Grenzen und der Kochkomfort ist hoch.

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Fazit von IMTEST: Die WMF Avantgarde ist eine „gute“ Küchenmaschine, die mit großem Zubehör und größerem Topf punktet. Beim Mahlen und im Geschmack bleibt der Thermomix TM6 vorn, in vielen anderen Punkten sind die Geräte gleichauf. Wer auf den Namen Vorwerk verzichten kann, spart mit der Avantgarde bares Geld und erhält trotzdem eine leistungsfähige Allround-Küchenmaschine.