DAK-Studie: 44 Prozent der Beschäftigten wollen in Frührente
DAK-Studie: 44 Prozent wollen in Frührente

44 Prozent der Beschäftigten in Deutschland würden gerne vor dem regulären Rentenalter in den Ruhestand gehen. Das ist ein zentrales Ergebnis einer Studie der DAK-Gesundheit, die am Dienstag veröffentlicht wird. Die Studie beleuchtet die Einstellung der Arbeitnehmer zur Rente vor dem Hintergrund der aktuellen Rentendebatte und der Pläne der Rentenkommission, das Renteneintrittsalter weiter anzuheben.

Hohe Krankenstände als Hindernis für längeres Arbeiten

Laut der DAK-Studie ist der Krankenstand unter den Beschäftigten in den letzten Jahren gestiegen. Jeder fünfte Arbeitnehmer (20 Prozent) fühlt sich den Angaben zufolge gesundheitlich nicht in der Lage, bis zum regulären Rentenalter zu arbeiten. Besonders betroffen sind Branchen mit hoher körperlicher Belastung wie das Baugewerbe oder die Pflege. Die Studie zeigt, dass die gesundheitliche Verfassung der Beschäftigten ein wesentlicher Faktor für den Wunsch nach früherem Ruhestand ist.

Rentenkommission plant längere Lebensarbeitszeit

Die Rentenkommission der Bundesregierung wird am Dienstag ihre Vorschläge vorlegen. Unter anderem soll das Renteneintrittsalter parallel zur steigenden Lebenserwartung angehoben werden. Zudem plant die Kommission, die abschlagsfreie Rente nach 45 Versicherungsjahren, die sogenannte Rente mit 63, abzuschaffen. Diese Pläne stoßen bei vielen Beschäftigten auf Ablehnung. Die DAK-Studie zeigt, dass nur 28 Prozent der Arbeitnehmer bereit sind, über das 67. Lebensjahr hinaus zu arbeiten.

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Wunsch nach Frührente ist weit verbreitet

Die Studie der DAK-Gesundheit befragte rund 5.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Von ihnen gaben 44 Prozent an, gerne vor dem Erreichen der Regelaltersgrenze in den Ruhestand gehen zu wollen. Besonders stark ist dieser Wunsch bei älteren Arbeitnehmern: In der Altersgruppe der 50- bis 59-Jährigen liegt der Anteil bei 52 Prozent. Die Studie zeigt auch, dass viele Beschäftigte bereit sind, finanzielle Einbußen in Kauf zu nehmen, um früher aus dem Berufsleben auszuscheiden.

DAK-Vorstand warnt vor Überforderung

Der Vorstand der DAK-Gesundheit, Andreas Storm, warnte vor den Folgen einer weiteren Anhebung des Renteneintrittsalters. „Viele Beschäftigte sind heute schon gesundheitlich am Limit. Wenn wir sie zwingen, noch länger zu arbeiten, riskieren wir steigende Krankenstände und Produktivitätseinbußen“, sagte Storm. Er forderte die Politik auf, die Ergebnisse der Studie ernst zu nehmen und flexible Übergänge in den Ruhestand zu schaffen.

Die Rentenkommission wird ihre Vorschläge am Dienstag offiziell vorstellen. Die DAK-Studie liefert dazu wichtige Daten aus der Perspektive der Arbeitnehmer. Sie zeigt, dass die Pläne der Kommission auf breite Skepsis stoßen dürften, insbesondere bei älteren Beschäftigten und in körperlich anstrengenden Berufen.

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