Ein Vorfall mit Pfefferspray in einem Einkaufszentrum in Reutlingen hat am Samstag zu acht Verletzten geführt. Zwei Betroffene mussten aufgrund von Atemwegsreizungen in ein Krankenhaus eingeliefert werden, wie die Polizei mitteilte. Die übrigen sechs Personen wurden noch vor Ort medizinisch versorgt. Das Einkaufszentrum wurde während des Einsatzes vorübergehend geräumt.
Streit eskalierte im Untergeschoss
Den Ermittlungen zufolge geriet ein 23-jähriger Mann im Untergeschoss des Einkaufszentrums in einen Streit mit einem anderen Mann. Im Verlauf der Auseinandersetzung zückte der 23-Jährige ein Pfefferspray und sprühte es in die Luft. Nach eigenen Angaben handelte er aus Selbstschutz. Die genauen Hintergründe des Streits waren zunächst unklar. Die Polizei ermittelt nun zu den Umständen der Auseinandersetzung zwischen den beiden Männern.
Folgen für das Einkaufszentrum
Durch das Versprühen des Pfeffersprays wurden neben den beiden Kontrahenten auch mehrere unbeteiligte Kunden in Mitleidenschaft gezogen. Die Reizgaswolke breitete sich im Untergeschoss aus und führte bei acht Personen zu Atemwegsreizungen. Die Feuerwehr war im Einsatz, um das Gebäude zu belüften. Die Räumung des Einkaufszentrums verlief nach Polizeiangaben geordnet. Die betroffenen Kunden wurden gebeten, den Bereich zu verlassen.
Die Polizei hat die Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung aufgenommen. Der 23-Jährige muss sich nun wegen des Einsatzes des Pfeffersprays verantworten. Ob er zuvor eine Waffe besaß oder das Spray legal führte, war zunächst nicht bekannt. Pfefferspray ist in Deutschland zwar als Tierabwehrspray erlaubt, jedoch ist der Einsatz gegen Menschen nur in Notwehrsituationen gerechtfertigt.



