In Berlin-Wedding ist die Togostraße offiziell zur Fahrradstraße erklärt worden. Die 1.200 Meter lange Strecke verbindet nun die Afrikanische Straße mit der Transvaalstraße und schließt eine wichtige Lücke im Radwegenetz des Bezirks. Radfahrer können südlich der Seestraße nahtlos auf die ebenfalls als Fahrradstraße ausgezeichnete Antwerpener Straße wechseln.
Umbau mit grünen Elementen
Bei der Umgestaltung wurden 168 Fahrradstellplätze installiert, um Gehwege freizuhalten. Zudem entstanden zehn sogenannte „Grüngully“ – bepflanzte, versickerungsfähige Flächen um Straßenabläufe, die Regenwasser aufnehmen und den Boden bewässern. Bezirksstadtrat Christopher Schriner (Grüne) erklärte: „Wir konnten so 600 Quadratmeter Fläche entsiegeln.“ Die Kosten für die Grüngullys beliefen sich auf etwas über 150.000 Euro, die Markierungen für die Fahrradstraße kosteten 250.000 Euro.
Positive Resonanz bei Radfahrern
Bei der offiziellen Eröffnungsfahrt am Mittwochnachmittag, zu der Schriner Anwohner eingeladen hatte, zeigten sich die Teilnehmer zufrieden. „Es fährt sich herrlich“, sagte ein Radfahrer. Die Togostraße verfügt über je eine Fahrspur pro Richtung, beidseitige Parkplätze (weitgehend erhalten) und einen breiten begrünten Mittelstreifen mit Bäumen und Spielplätzen. Für Autofahrer gilt: Radfahrer haben Vorrang, die Straße ist nur für Anlieger freigegeben.
Blick auf künftige Radprojekte
Christopher Schriner betonte, dass die Togostraße sich besonders als Fahrradstraße eigne: „Wir greifen hier kaum in den Verkehr ein.“ Die Aussichten für weitere Radprojekte in Mitte seien jedoch „schlecht“, da das Land Berlin vorerst keine zusätzlichen Mittel bereitstelle. Die Grünen in der Bezirksverordnetenversammlung Mitte sehen in den Grüngullys einen Vorteil: Wo sie eingebaut wurden, seien keine Poller mehr nötig. Poller an Kreuzungen blieben aber erhalten, um Sichtbehinderungen durch parkende Autos zu vermeiden. Alexandra Bendzko, stellvertretende Sprecherin der Grünen-Fraktion, sagte: „Wir Grünen finden Poller auch nicht schön, aber sie sind die günstigste Möglichkeit, Verkehrsflächen sicher zu machen.“



