Eine intensive Hitzewelle steht Berlin und Brandenburg bevor. Ab Mittwoch steigen die Temperaturen kontinuierlich an und erreichen am Wochenende ihren Höhepunkt mit möglichen 40 Grad. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt vor tropischen Nächten und einer hohen UV-Belastung.
Temperaturen steigen Tag für Tag
„Jetzt geht's in den nächsten Tagen immer ein Stückchen höher“, sagte Stefan Rubach, Meteorologe des DWD. Am Mittwoch werden bis zu 34 Grad erwartet, am Donnerstag zwischen 31 und 36 Grad, am Freitag zwischen 32 und 37 Grad. Viel Sonnenschein, wenig Wind und tropische Nächte prägen das Wetter.
Wochenende bringt Höhepunkt
Den Höhepunkt der Hitzewelle erwartet der DWD am Samstag mit Temperaturen von 37 bis 40 Grad. Am Sonntag sinken die Werte voraussichtlich um etwa zwei Grad, es gibt mehr Wolken und mögliche Schauer oder Gewitter. „Möglich ist aber auch, dass der Hitzeschub sogar am Sonntag noch da ist und es ähnlich heiß wird wie am Samstag“, so Rubach.
Tageszeit der Höchsttemperaturen
Die höchsten Temperaturen werden am späten Nachmittag oder frühen Abend zwischen 17 und 18 Uhr erreicht. „Und dann dauert es ewig, bis es langsam runterkühlt, bis wir unter die 30 Grad kommen“, erklärte Rubach. Die Tiefstwerte werden nur kurz um den Sonnenaufgang erreicht.
Tropische Nächte ohne Abkühlung
Die kommenden Nächte können tropische Nächte werden, bei denen die Tiefstwerte nicht unter 20 Grad fallen. „Sehr unangenehm“, so Rubach. In der Nacht zu Sonntag werden Tiefstwerte von 20 bis 23 Grad erwartet, sodass Lüften kaum Abkühlung bringt.
Ungewöhnlich frühe Hitzewelle
Hitzewellen mit fünf bis sechs Tagen über 30 Grad treten normalerweise im Juli oder August auf. „Da sind wir jetzt natürlich wieder sehr früh dran“, sagte Rubach. Die lange Sonnenscheindauer verschlimmere die Situation, da sie die nächtliche Abkühlung mindere.
Rekordverdächtige Temperaturen
Der bisherige Juni-Rekord in der Region Berlin-Brandenburg wurde am 19. Juni 2022 in Cottbus mit 39,2 Grad gemessen. Der Berliner Juni-Rekord liegt bei 38,6 Grad, gemessen am 30. Juni 2019 in Tegel. „In dieser Größenordnung werden wir landen“, prognostizierte Rubach. Derartige Temperaturen im Juni häuften sich in den letzten Jahren.
Regionale Unterschiede
In Brandenburg gibt es ein Nordost-Südwest-Gefälle: In der Uckermark werden am Wochenende „nur“ 37 Grad erwartet, während es Richtung Elbe (Potsdam-Mittelmark, Niederlausitz) auf 40 Grad zugeht. „Fakt ist, dass es auf jeden Fall sehr heiß und ungewöhnlich heiß wird und dass wir auf jeden Fall auch im historischen Maßstab irgendwo unterwegs sind“, so Rubach.
Hoher UV-Index
Der UV-Index liegt laut Bundesamt für Strahlenschutz bei 7 bis 8 – hoch bis sehr hoch. Die Skala reicht von 1 bis 11+. Bei sehr hohem UV-Index sollten Schatten, schützende Kleidung, Hut, Sonnenbrille und Sonnenschutzmittel unbedingt genutzt werden.
Gefährdete Personengruppen
Besonders ältere Menschen und Personen mit Kreislauferkrankungen sind gefährdet. „Das wird dann schon sehr unangenehm, wenn man am Tage aus der Hitze kommt, und dann kriegt man es nachts eigentlich auch nicht mehr wirklich kühl“, sagte Rubach. Die Senatskanzlei Berlin rief dazu auf, ausreichend zu trinken und auf ältere Menschen und Nachbarn zu achten. Im Notfall solle der Rettungsdienst unter 112 alarmiert werden.
Möglichkeiten zur Abkühlung
Die Karte kuehle-orte.berlin.de zeigt öffentliche Trinkwasserbrunnen und Rückzugsorte wie Kirchen, Bibliotheken, Nachbarschaftstreffs und Rathäuser. Am Freitag laden vier Potsdamer Museen kostenfrei ein: das Brandenburg Museum, das Filmmuseum, das Naturkundemuseum und das Potsdam Museum. Klimatisierte Kinos und Einkaufszentren sowie Schatten großer Bäume oder Aufenthalte am und im Wasser bieten ebenfalls Erfrischung.



