Umweltministerin Walker schließt Wasserverbote in Baden-Württemberg nicht aus
Walker: Wasserverbote in BW nicht ausgeschlossen

München verbietet das Befüllen privater Pools und Rasensprengen. In Baden-Württemberg sieht Umweltministerin Thekla Walker (Grüne) solche Einschränkungen noch nicht als notwendig an, schließt sie aber für die Zukunft nicht aus. „Ohne Wasser, wissen wir alle, geht nichts. Für uns Menschen, für die Landwirtschaft, aber auch für die Ökosysteme um uns herum. Von daher finde ich einen sorgsamen Umgang mit Wasser schon wichtig“, sagte Walker im Deutschlandfunk.

Grundwasser auf leicht unterdurchschnittlichem Niveau

Die Grundwasserstände in Baden-Württemberg liegen derzeit auf leicht unterdurchschnittlichem Niveau. „Bis jetzt gibt es da noch kein Alarmsignal im Sinne von die Trinkwasserversorgung ist in Gefahr“, betonte die Ministerin. Sollten Appelle an die Bevölkerung jedoch nicht mehr ausreichen – wie in München geschehen – könne es in einzelnen Stadtkreisen oder Orten zu Knappheitssituationen kommen. „Und dann finde ich es auch richtig, zu solchen Maßnahmen zu greifen“, so Walker.

Größere Kommunen sehen von Verboten ab

Die Stadt Karlsruhe sieht derzeit keine Veranlassung für Beschränkungen der Wasserentnahme oder -nutzung. „Unabhängig davon ist aufgrund des Klimawandels künftig häufiger mit längeren Trockenperioden zu rechnen. Ein sparsamer und ressourcenschonender Umgang mit Wasser bleibt daher grundsätzlich sinnvoll“, erklärte ein Stadtsprecher. Auch in Mannheim sind keine Verbote oder Einschränkungen geplant: „Das ist aktuell nicht erforderlich, da es keine Kapazitätsprobleme gibt“, so ein Stadtsprecher. Freiburg plant ebenfalls keine Allgemeinverfügung wie in München. „Auch wenn wir den Vorstoß verständlich finden. Jede Kommune muss eine solche Maßnahme anhand der Situation vor Ort für sich entscheiden. Maßgeblich ist dabei die Prognose, ob die Trinkwasserversorgung sichergestellt ist“, sagte ein Stadtsprecher.

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Klimawandel als Treiber der Wasserknappheit

Walker machte deutlich, dass der Klimawandel die Wassersituation im Land langfristig verschärfen werde. „Wir müssen uns darauf einstellen, dass Trockenperioden häufiger und intensiver werden“, warnte sie. Freiwilliges Sparen sei der erste Schritt, aber wenn dies nicht ausreiche, seien Verbote gerechtfertigt. Die Ministerin appellierte an die Bürger, Wasser nicht unnötig zu verschwenden – etwa durch das Befüllen großer Pools oder übermäßiges Rasensprengen. In München hatte die Stadtverwaltung wegen anhaltender Trockenheit und sinkender Grundwasserstände ein Verbot für die private Poolbefüllung und Rasenbewässerung erlassen. Baden-Württemberg verfolgt bisher einen anderen Kurs: Hier setzt man auf Aufklärung und freiwillige Maßnahmen. Sollte die Situation jedoch kritischer werden, könnten lokale Verbote folgen.

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