Bayernweites Ticket-Swiping: Start ab 2027 geplant
Bayernweites Ticket-Swiping ab 2027

München (dpa/lby) - In Bayerns öffentlichem Nahverkehr wird ab dem kommenden Jahr schrittweise das sogenannte In-/Out-Ticketsystem eingeführt. Das geht aus einer Antwort des Verkehrsministeriums auf eine Anfrage der Grünen im Landtag hervor. Das System ermöglicht Fahrgästen, ohne Tarifkenntnisse zu reisen: Sie checken vor Fahrtbeginn per Smartphone ein, erhalten eine Fahrtberechtigung und checken sich am Zielort wieder aus. Der Fahrpreis wird im Nachhinein abgerechnet.

So funktioniert das In-/Out-System

Hinter dem In-/Out-System steckt eine technische Lösung, bei der Fahrgäste über ihr Smartphone angeben, wann sie in Bus oder Bahn einsteigen und wann die Fahrt endet. Das System berechnet anschließend den Preis für die Fahrt. Nach Angaben des Ministeriums sollen damit künftig bayernweite Fahrten auch über Verbundgrenzen hinweg möglich werden. In einigen Verkehrsverbünden, etwa in München, gibt es das System bereits. Es wird als Swiping bezeichnet, was auf Deutsch "Wischen" bedeutet, da man bei Fahrtantritt und -ende kurz über das Display wischt.

Deutschlandticket als zentrale Aufgabe

Die Staatsregierung verfolgt die Einführung eines landesweit einheitlichen Ticket- und Tarifsystems dagegen nicht mehr. "Nach der Ankündigung der Einführung des Deutschlandtickets wurde die Landestarif-Strategie angepasst und die Einführung des Deutschlandtickets als zentrale Aufgabe des Landestarifs definiert", heißt es in der Ministeriumsantwort. Das Deutschlandticket bleibt damit der zentrale Baustein für den Nahverkehr in Bayern.

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Grüne fordern attraktivere Angebote

Die Grünen im Landtag bedauern die Entscheidung der Staatsregierung. "Es ist schade, dass die Staatsregierung das Bayern-Ticket nicht weiterentwickeln möchte. Sich auf dem Deutschlandticket auszuruhen, reicht nicht. Gerade für Menschen, die nur gelegentlich mit Bus und Bahn fahren, müssen endlich attraktive Angebote geschaffen werden", sagte Markus Büchler, Fraktionssprecher für Mobilität. Auch hinsichtlich des Ticketkaufs und der Übersicht der Tarife brauche es ein möglichst einfaches und übersichtliches System, so Büchler.

Um mehr Menschen für den ÖPNV zu gewinnen, müssten auch alle Landesteile einem vollwertigen Verkehrsverbund angehören. Insbesondere in Schwaben und Niederbayern gebe es noch Lücken. "Ohne Verbund ist ein moderner ÖPNV jedoch nicht sinnvoll möglich." Das In-/Out-System könnte dazu beitragen, die Hürden für Gelegenheitsfahrer zu senken, da keine Tarifkenntnisse mehr nötig sind.

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