Mit dem Frühjahr kehren die Zecken in Bayerns Wälder und Auen zurück – und mit ihnen die Gefahr der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach (CSU) ruft daher zur Impfung auf. Von April bis Oktober sei das Ansteckungsrisiko am höchsten, so Gerlach. Für Versicherte in Risikogebieten übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten.
FSME ist eine potenziell lebensbedrohliche Krankheit, die Entzündungen von Hirnhaut, Gehirn oder Rückenmark verursachen kann. Laut Robert Koch-Institut (RKI) ist – mit Ausnahme der Stadt Schweinfurt – ganz Bayern als FSME-Risikogebiet eingestuft. Gerlach warnt: „Die FSME-Impfquoten in Bayern sind aber noch zu niedrig.“
Nur rund ein Fünftel der Erwachsenen und etwa 37 Prozent der Schulanfänger in Bayern hätten den vollständigen Impfschutz. Dafür sind drei Impfungen innerhalb eines Jahres nötig. Nach der Grundimmunisierung sollte alle drei bis fünf Jahre eine Auffrischungsimpfung erfolgen.
In diesem Jahr wurden dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) nach Zeckenstichen bereits vier FSME-Fälle sowie 264 Fälle von Lyme-Borreliose gemeldet. Gegen Borreliose gibt es keine Impfung, sie sei bei frühzeitiger Diagnose aber gut mit Antibiotika behandelbar. LGL-Präsident Christian Weidner weist auf eine ringförmige Rötung um die Stichstelle als Erkennungsmerkmal hin. Diese könne Tage oder Wochen nach dem Stich auftreten. Betroffene mit solchen Symptomen sollten umgehend einen Arzt aufsuchen.



