Knapp jeder dritte Studierende in Bayern lebt noch im Elternhaus. Mit 29,7 Prozent liegt der Anteil der sogenannten Nesthocker im Freistaat knapp über dem Bundesdurchschnitt von 27,9 Prozent. Das geht aus einer aktuellen Auswertung des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) in Gütersloh hervor, für die mehr als 87.000 Studierende in grundständigen Studiengängen (Bachelor und Staatsexamen) zu ihrer Wohnsituation und ihrem Weg zur Hochschule befragt wurden.
Männer bleiben häufiger zu Hause als Frauen
Der Trend zum „Hotel Mama“ hat sich in den letzten Jahren verstärkt: Bundesweit lag der Anteil der Studierenden bei den Eltern im Jahr 2003 noch bei 22,4 Prozent – ein Anstieg, der laut CHE direkt auf die massiv gestiegenen Mietpreise zurückzuführen ist. Besonders auffällig ist der Unterschied zwischen den Geschlechtern: Rund ein Drittel der männlichen Studierenden wohnt noch zu Hause, bei den Frauen ist es weniger als ein Viertel. „Dem starken Geschlecht fällt der Abschied offenbar deutlich schwerer“, kommentiert das CHE.
Wohnheimplätze sind in Bayern seltener als im Bundesschnitt
Nicht einmal jeder fünfte bayerische Studierende (17,8 Prozent) lebt in einem Wohnheim – bundesweit sind es mit 15,2 Prozent sogar noch weniger. Private Mietwohnungen liegen mit 23,6 Prozent knapp vor Wohngemeinschaften mit 23,4 Prozent. Damit liegt Bayern in beiden Kategorien unter dem Bundesdurchschnitt (27,8 Prozent bei privaten Mietwohnungen, 24,8 Prozent in WGs).
Öffentliche Verkehrsmittel dominieren den Weg zur Uni
61 Prozent der bayerischen Studierenden nutzen Bus und Bahn für den Weg zur Hochschule. Das Auto spielt mit 27,6 Prozent eine untergeordnete Rolle – wobei dieser Anteil außerhalb der Ballungszentren mit gutem ÖPNV-Netz vermutlich höher liegt. Immerhin 31,1 Prozent kommen regelmäßig zu Fuß, 29,5 Prozent mit dem Fahrrad.
Die meisten wohnen am Hochschulort
63,1 Prozent der Studierenden in Bayern wohnen am Hochschulort selbst. Nur 6,9 Prozent haben einen weiteren Anfahrtsweg von mehr als 50 Kilometern. Die Nähe zum Campus ist also ein entscheidender Faktor bei der Wohnortwahl.



