Am Freitag, 31. Juli, endet in Bayern das Schuljahr: Rund 1,8 Millionen Schülerinnen und Schüler starten in die Sommerferien. Damit beginnt zugleich die intensivste Reisezeit des Jahres. Wer mit dem Auto, der Bahn oder dem Flugzeug unterwegs ist, muss sich auf Gedränge, volle Züge und lange Wartezeiten einstellen. Die gute Nachricht: Mit ein paar Vorbereitungen lässt sich der Start in den Urlaub deutlich entspannter gestalten.
Staus auf den Autobahnen: Diese Strecken sind besonders betroffen
Bereits ab Freitagmittag rechnet der ADAC Südbayern mit einem deutlichen Anstieg des Verkehrsaufkommens. "Besonders viel Geduld brauchen Reisende, die zum Ferienstart aus Bayern in die Urlaubsregionen im Süden fahren", sagt Alexander Kreipl, Sprecher des ADAC Südbayern. Wer in Richtung Tirol möchte, sollte den Fernpass möglichst nicht am Samstag, 1. August, ansteuern. Zwischen 9.45 und 12.00 Uhr ist dort wegen einer Demonstration eine Vollsperrung geplant. Auch sämtliche Ausweichrouten dürften an diesem Tag überlastet sein. Wer Staus vermeiden will, hat laut ADAC kaum eine andere Möglichkeit, als das erste Ferienwochenende vorbeiziehen zu lassen.
Der ADAC nennt zudem mehrere Autobahnen, auf denen die Staugefahr besonders hoch ist:
- A3 zwischen Kreuz Regensburg und Passau
- A7 von Ulm in Richtung Füssen und Reutte
- A8 zwischen München und Salzburg
- A93 zwischen dem Inntaldreieck bei Rosenheim und Kufstein
- A95 von München in Richtung Garmisch-Partenkirchen
- A99 rund um München
Baustellen wie an der Luegbrücke auf der Brennerautobahn verschärfen die Lage zusätzlich. Der ADAC rät, ausreichend Proviant mitzunehmen und regelmäßig Pausen einzuplanen. Wichtig: Menschen oder Tiere sollten bei großer Hitze niemals im Auto zurückgelassen werden – das kann lebensgefährlich sein. Auch am zweiten Ferienwochenende um Mariä Himmelfahrt dürfte es auf Bayerns Straßen voll werden.
Bahnverkehr: Reservierung und digitale Helfer
Die Bahn erwartet zu Ferienbeginn besonders viele Fahrgäste auf den Verbindungen zwischen den Großstädten wie München und Berlin oder Frankfurt und Köln. Aber auch die Züge in Richtung Nord- und Ostsee sowie in den Alpenraum werden voller als sonst sein – vor allem zu Ferienbeginn, am Ferienende und an den Wochenenden. Empfohlen wird, frühzeitig einen Sitzplatz zu reservieren.
Reisende, die am Bahnsteig auf dem aktuellen Stand bleiben wollen, können die App DB Navigator nutzen. Dort lässt sich unter "Optionen" auch die Umstiegszeit für Anschlussverbindungen anpassen – praktisch, wer mehr Zeit zum Wechseln benötigt.
Unterdessen müssen sich Fahrgäste auf mehrere Baustellen einstellen. Zwischen München, Nürnberg und Berlin fallen wegen Brückenarbeiten im Raum Erfurt Züge aus. Der Abschnitt zwischen Regensburg und Passau wird bis Dezember generalsaniert und ist deshalb gesperrt. Auf der Strecke zwischen Regensburg und Nürnberg fahren zum Ferienbeginn zwar wieder Züge – allerdings erst ab Freitagabend, 31. Juli. Wer direkt nach dem Unterricht losfährt, muss zunächst noch auf Ersatzbusse ausweichen.
Flughäfen: Millionen Reisende, neue Scanner
An den Flughäfen München, Nürnberg und Memmingen werden in den Ferien mehr als sieben Millionen Reisende erwartet. Besonders gefragt sind klassische Warmwasserziele rund um das Mittelmeer: Italien, Spanien, Frankreich, Griechenland und die Türkei. Wie der Flughafen München mitteilt, starten von München aus in diese Länder rund 15.700 Flüge – das entspricht mehr als einem Drittel aller dort angemeldeten Ferienflüge.
Der Flughafen Nürnberg rechnet mit dem größten Andrang am Montag, 3. August, sowie an den letzten beiden Ferienwochenenden am 7. und 14. September. An diesen Tagen werden je rund 20.000 Fluggäste erwartet. Reisende können aber auf eine schnellere Sicherheitskontrolle hoffen: Neue CT-Scanner machen es entbehrlich, Flüssigkeiten und elektronische Geräte aus dem Handgepäck zu nehmen. Am Flughafen München stehen die Geräte allerdings nicht an allen Kontrollschaltern zur Verfügung. Wer Zeit sparen möchte, sollte deshalb online einchecken.
Der Flughafen Memmingen empfiehlt, zwei bis drei Stunden vor Abflug anzureisen. Bei Reisen in Nicht-Schengen-Länder sollten Urlauber wegen des neuen Ein- und Ausreisesystems der EU zusätzlich Zeit einplanen.
Schule schwänzen für den Urlaub? Das droht
Wer den Urlaub lieber etwas früher beginnen möchte, sollte das nicht auf Kosten der Schulpflicht tun. Bayerns Polizei kontrolliert an den Flughäfen regelmäßig, ob Kinder und Jugendliche unerlaubt dem Unterricht fernbleiben. Bei Zweifeln fragen die Beamten auch vor Ort nach. Wer erwischt wird, muss mit Bußgeldern rechnen.
Kultusministerin Anna Stolz (Freie Wähler) richtet derweil einen Appell an alle Beteiligten: "Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Eltern können sehr stolz darauf sein, was sie in diesem Schuljahr alles gemeinsam geschafft haben", betonte sie. "Kommen Sie jetzt zur Ruhe, tanken Sie viel neue Energie und genießen Sie die freien Tage!"



