Der monatelange Arbeitskampf im bayerischen Nahverkehr ist beendet. Die Gewerkschaft Verdi und die Arbeitgeber haben sich auf einen Tarifkompromiss geeinigt. Die konkreten Eckpunkte sehen eine Erhöhung der Tabellenentgelte um sieben Prozent sowie eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit von 38,5 auf 37,5 Stunden ab dem 1. Januar 2029 vor. Zudem steigt der Sonntagszuschlag auf 30 Prozent, und eine garantierte Mindestruhezeit von 10,5 Stunden zwischen den Schichten wird eingeführt.
Verdi Bayern bewertet das Ergebnis als Kompromiss mit Licht und Schatten. Positiv hervorgehoben wird, dass die Entgelttabelle bereits nach 24 Monaten gekündigt werden kann – ein Punkt, den die Arbeitgeber zuvor abgelehnt hatten. Auch die verbesserte Berechnungsgrundlage für Zuschläge wird als Erfolg gewertet. Verhandlungsführerin Katharina Wagner erklärte, die Reduzierung der Arbeitszeit sei ein wichtiges Signal für Entlastung im Schichtbetrieb und die Gesundheit der Beschäftigten.
Gleichzeitig räumt die Gewerkschaft ein, dass die Lohnentwicklung hinter den Erwartungen zurückbleibt, insbesondere für Beschäftigte in niedrigeren Gehaltsgruppen. „Wir hätten uns eine stärkere Erhöhung gewünscht, aber sieben Prozent waren das Maximum“, so Wagner. Der stellvertretende Landesbezirksleiter Sinan Öztürk betonte, dass der Abschluss ohne den Druck der Streikbereitschaft nicht möglich gewesen sei. Die Gewerkschaft dankte der Bevölkerung für die überwiegende Solidarität während der Warnstreiks.
Das Verhandlungsergebnis wird nun den Verdi-Mitgliedern in den betroffenen Betrieben zur Abstimmung vorgelegt. Bis zum 15. Mai läuft eine Mitgliederbefragung, in der über Annahme oder Ablehnung entschieden wird. Während dieser Frist sind keine weiteren Arbeitsniederlegungen im bayerischen Nahverkehr zu erwarten. Die Einigung betrifft rund 9.000 Mitarbeiter bei mehr als 20 Verkehrsbetrieben im Freistaat.



