Das „Baumhaus an der Mauer“ in Berlin könnte längst ein Freilichtmuseum sein – ein Ort von historischer Bedeutung für Schulklassen und Touristen aus ganz Deutschland, ein Platz des Gedenkens an die Geschichte der Berliner Mauer, der innerdeutschen Teilung und der Skurrilität von Grenzen. Doch auch 36 Jahre nach der Wiedervereinigung sind die Eigentümerverhältnisse ungeklärt. Wie zur DDR-Zeit fühlt sich niemand für das Gebiet zuständig. Weiterhin handelt es sich um Niemandsland, mitten in Berlin.
Die skurrile Geschichte des Baumhauses
Das Baumhaus entstand ursprünglich, weil sich weder die DDR noch die Bundesrepublik für das Grundstück zuständig fühlten. Der Erbauer nutzte diese Lücke und errichtete sein Refugium direkt an der Mauer. 43 Jahre später sind die Besitzverhältnisse weiterhin ungeklärt. Die Nachfahren des Erbauers haben nun weitreichende Änderungen vorgenommen: Sie haben den namensgebenden Baum entfernt, ihr Territorium videoüberwacht und das Gelände abgeriegelt.
Ein abgeriegeltes Privatgelände
Das Ergebnis ist ein abgeriegeltes Privatgelände, das der Öffentlichkeit nicht mehr zugänglich ist. Die Hoffnung, dass das Baumhaus zu einem Erinnerungsort wird, scheint endgültig begraben. Dabei wäre es ein idealer Ort gewesen, um die Geschichte der Teilung und der Mauer lebendig zu halten. Stattdessen wiederholt sich eine skurrile Episode der DDR-Geschichte: Niemand fühlt sich zuständig, und das Grundstück bleibt in der Schwebe.
Die Berliner Stadtverwaltung zeigt sich ratlos. Die rechtliche Situation ist verworren, und eine Lösung ist nicht in Sicht. Das Baumhaus an der Mauer steht symbolisch für viele ungeklärte Eigentumsfragen, die die Wiedervereinigung hinterlassen hat. Es bleibt abzuwarten, ob sich die Behörden doch noch zu einer Klärung durchringen können.



