Justizpanne in Berlin: Vergewaltiger aus Haft entlassen
Justizpanne in Berlin: Vergewaltiger aus Haft entlassen

Wegen einer Justizpanne ist ein wegen Vergewaltigung verurteilter Mann in Berlin aus der Haft entlassen worden. Das Landgericht Berlin hatte den 28-jährigen Afghanen im Juni 2025 zu sieben Jahren und neun Monaten Haft verurteilt, weil er seine Ex-Partnerin in drei Fällen vergewaltigt und weitere Gewalttaten begangen hatte. Nach dem Urteil wurde der Haftbefehl verlängert, doch die Verteidigung legte Revision ein.

Die Revision konnte nicht vorangetrieben werden, weil der zuständige Richter die Protokolle zu den 33 Verhandlungstagen nicht rechtzeitig fertigstellte. Das Berliner Kammergericht entschied daraufhin, dass dies gegen das „Beschleunigungsgebot“ verstoße, und hob den Haftbefehl auf. Am 19. Januar wurde der Mann aus der Untersuchungshaft entlassen.

Laut einem Bericht des „Tagesspiegel“ steht die betroffene Frau unter Polizeischutz, da der Mann nun auf freiem Fuß ist. Das Landeskriminalamt habe Schutzmaßnahmen für die Ex-Partnerin ergriffen. Hintergrund für die Verzögerung der Protokolle soll eine Suchterkrankung des Richters sein. Der Jurist sei bereits seit Dezember nicht mehr Vorsitzender der Strafkammer und befinde sich nicht im Dienst, so eine Gerichtssprecherin.

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Die Sprecherin betonte, es handele sich um einen absoluten Einzelfall, der mit der Situation des Kollegen zu tun habe. Die Freilassung des Mannes habe nichts mit seiner Verurteilung zu tun. Sollte das Urteil rechtskräftig werden, müsse der 28-Jährige die Haftstrafe antreten.

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