Der Blücherplatz am Halleschen Tor in Berlin-Kreuzberg soll künftig nach der jüdischen Widerstandskämpferin Eva Mamlok benannt werden. Das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg teilte mit, dass die Umbenennung bis Ende des Jahres erfolgen soll, jedoch erst nach der Wahl zum Abgeordnetenhaus Ende September stattfindet.
Eva Mamlok wuchs in Kreuzberg auf und kämpfte im Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Sie starb 1944 im Konzentrationslager Stutthof. Stolpersteine in der Neuenburger Straße erinnern an sie und ihre Familie.
Der bisherige Namensgeber des Platzes, Gebhard Leberecht von Blücher, war ein preußischer Generalfeldmarschall, der eine bedeutende Rolle in den Befreiungskriegen gegen Napoleon spielte.
Die Umbenennung basiert auf einem Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung aus dem Juni. In dem Antrag heißt es, der Platz solle nicht mehr den Namen eines Feldherrn tragen, sondern eine Persönlichkeit des weiblichen und jüdischen Widerstands gegen den Nationalsozialismus ehren. Zudem sei Blücher mit der Blücherstraße bereits prominent im Bezirk vertreten.



