Zwei Jahre nach Teillegalisierung: Kaum Veränderungen beim Cannabis-Konsum
Zwei Jahre nach Teillegalisierung: Kaum Veränderungen beim Cannabis-Konsum

Seit zwei Jahren dürfen Erwachsene in Deutschland kleine Mengen Cannabis besitzen und konsumieren. Eine zweite Zwischenbilanz zeigt nun: Beim Konsum hat sich kaum etwas verändert. Frühere Trends setzen sich fort.

Laut dem Suchtforscher Daniel Kotz von der Uni Düsseldorf ist der Cannabiskonsum bei Jugendlichen seit etwa 2019 rückläufig. Bei Erwachsenen hingegen nehme die Zahl der Konsumenten seit Jahren zu, und dieser leichte Anstieg habe sich fortgesetzt. Schätzungsweise rund fünf Millionen Menschen in Deutschland kiffen zumindest gelegentlich.

Der Kriminologe Jörg Kinzig von der Uni Tübingen geht nach eigenen Angaben von einem Rückgang des Schwarzmarktes aus. Ein Grund dafür sei, dass immer mehr Menschen Cannabis über Privatrezepte aus Online-Apotheken beziehen, das offiziell für medizinische Zwecke vorgesehen ist. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) will diese Praxis unterbinden.

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Sollte der Zugang zu medizinischem Cannabis strenger kontrolliert werden, könnten wieder mehr Menschen auf den Schwarzmarkt ausweichen. Denn legal gibt es Gras nur aus privatem Eigenanbau oder von Anbauvereinigungen, von denen es bislang nur wenige gibt. Kinzig empfiehlt daher, die Zugangsbedingungen für Anbauvereinigungen zu lockern.

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) lehnt eine Lockerung ab. Er bezeichnete das Cannabis-Gesetz als „ein richtiges Scheiß-Gesetz“. Die Politik solle nicht fördernd, sondern verhindernd wirken.

Im Jahr 2025 stellten die Sicherheitsbehörden eine Rekordmenge an Cannabis sicher. Die Autoren des Berichts halten einen maßgeblichen Einfluss der Teillegalisierung jedoch für unwahrscheinlich. Viel Cannabis stamme aus Nordamerika und Thailand, wo kriminelle Gruppierungen nach Liberalisierungen versuchten, Verluste auf dem europäischen Markt auszugleichen.

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