Flucht über die Ostsee: 189 DDR-Bürger starben auf der Seegrenze
Flucht über die Ostsee: 189 DDR-Bürger starben auf der Seegrenze

Die Flucht über die Ostsee war für viele DDR-Bürger eine tödliche Falle. Nach Recherchen des Schweriner Vereins „Über die Ostsee in die Freiheit“ versuchten rund 5000 Menschen, über die Seegrenze im Norden der DDR zu fliehen. Nur 600 erreichten Schweden, Dänemark oder Schleswig-Holstein. 189 Flüchtlinge bezahlten ihren Wagemut mit dem Leben.

Eine Ausstellung im Schweriner Schloss erinnert nun an diese gefährliche Route. Unter dem Titel „Über die Ostsee in die Freiheit“ zeigt sie mehrere Einzelschicksale. Die Dokumentation ist akribisch zusammengetragen und beleuchtet die tragischen Geschichten hinter den Zahlen.

Eines der Schicksale ist das von Bernd Böttger aus Sebnitz bei Dresden. Der 27-Jährige baute 1967 mit Hilfe eines Fahrradmotors ein Mini-U-Boot, das ihn in die Freiheit ziehen sollte. Er wurde entdeckt und verurteilt, aber vorzeitig entlassen. Im September 1968 gelang ihm von Graal-Müritz aus die Flucht nach Dänemark. Den „Aqua-Scooter“ meldete er im Westen zum Patent an, das Gerät ging in Serie. 1972 ertrank Böttger bei Probetauchgängen in Spanien. Sein Bruder vermutet bis heute die Rache der Stasi.

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Ein weiteres Beispiel ist Bodo Strehlow, ein Grenzsoldat, der 1979 versuchte, ein Schiff der DDR-Küstenwache zu entführen. Dafür erhielt er eine lebenslange Haftstrafe, von der er zehn Jahre in Bautzen in Isolationshaft verbrachte. Erst sechs Wochen nach der Grenzöffnung kam Strehlow am 19. Dezember 1989 frei.

Die Ausstellung soll nach bisherigen Plänen auch in anderen Orten an der Küste gezeigt werden. Sie erinnert an einen Teil der Grenze, an dem die Feierlichkeiten zum Mauerfall ausblieben.

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