In Sachsen-Anhalt zahlen Hundehalter jährlich Millionen an Hundesteuer, doch viele Gemeinden bieten kaum Gegenleistungen. Besonders in Bad Schmiedeberg fehlen Müllbehälter für Hundekot, obwohl die Steuer hoch ist. Ein Hundehalter beklagt: „Es ist ein Armutszeugnis für eine Kurstadt. Hier wird eine hohe Hundesteuer kassiert und es gibt keinerlei Gegenleistung.“
Die Stadt Bitterfeld-Wolfen führte vergangenes Jahr einen Tüten-Zwang ein, reduzierte aber gleichzeitig die Anzahl der Müllbehälter. Die Folge: Anwohner beklagen nun vermehrt gefüllte Hundekot-Beutel, die in der Landschaft liegen. In Kemberg ließ Bürgermeister Torsten Seelig sogar Müllboxen entfernen, weil sie mit Hausmüll und Hundekotbeuteln überfüllt wurden. Er rät Hundehaltern, die Hinterlassenschaften in der eigenen Mülltonne zu entsorgen.
Die Hundesteuer ist laut Abgabenordnung eine reine Geldleistung ohne Anspruch auf Gegenleistung. 2024 nahmen die Kommunen in Sachsen-Anhalt mit rund 200.000 angemeldeten Hunden 12,4 Millionen Euro ein. Ralf Seibicke, Präsident des Steuerzahlerbundes, kritisiert: „Es gibt keinen sachlichen Grund für eine Hundesteuer, es handelt sich um reine politische Willkür.“



