Berlin – Beim Aktionstag zum Tag der Pressefreiheit in Berlin diskutierten 120 Schülerinnen und Schüler von Berliner Gymnasien mit Journalisten und einer Politikerin über Fake News, freie Medien und die Zukunft der Information. Eingeladen hatte der Medienverband der freien Presse. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie sich junge Menschen heute informieren und welchen Wert Meinungsfreiheit für sie hat.
Eines wurde schnell klar: Die Jugend will informiert sein – aber anders als früher. Nachrichten landen heute oft zuerst auf dem Handy. TikTok, Instagram und Online-Angebote spielen im Alltag vieler Jugendlicher eine zentrale Rolle. Eine Schülerin Liza (17) erklärt: „Jugendliche generell haben ja eine sehr kurze Aufmerksamkeitsspanne, deswegen suchen sie sich die ganzen Informationen eher auf TikTok“. Online-Zeitungen würden zwar auch genutzt, aber eher ergänzend.
In den Workshops lernten die Schülerinnen und Schüler unter anderem, wie man Fake News erkennt und wie Inhalte auf Social Media erstellt und verbreitet werden. Besonders eindrücklich: der Blick in die DDR. Anhand von Grenzopfern wurde gezeigt, wie Informationen von der Stasi unterdrückt wurden. Dass selbst Angehörige nicht erfuhren, wie ihre Verwandten an der Grenze ums Leben kamen, sorgte bei vielen für Betroffenheit.
Beim Thema Meinungsfreiheit haben viele eine klare Haltung. „Ich finde, es sollte relativ alles eigentlich angesprochen werden dürfen“, sagt Leonie (18). Entscheidend sei jedoch, wie darüber berichtet wird. Verbote sieht sie weniger durch Medien selbst, sondern in der Gesellschaft, die bestimmt, welche Themen akzeptiert werden – und welche nicht.
Und was wünschen sich junge Menschen vom Journalismus? Mehr Nähe zu ihrer Lebenswelt – und bessere Vermittlung in der Schule. Liza findet, Jugendliche lesen keine langen Zeitungen mehr oder lesen einfach generell weniger. Um das zu ändern, „sollte in der Schule darüber viel gesprochen werden“ – auch, weil Lehrkräfte als Autoritätspersonen eine wichtige Rolle spielen.



